Stahlgießerei (Foto: Imago/Super Express)

IG Metall bereitet sich auf Stahl-Tarifverhandlungen vor

  15.06.2022 | 12:34 Uhr

Knapp 70.000 Beschäftigte der nordwestdeutschen Stahlindustrie haben bereits Gewissheit: Sie erhalten ab 1. August 6,5 Prozent mehr Geld. Die IG Metall Völklingen bewertet diesen Abschluss positiv - und blickt auf die anstehenden Tarifverhandlungen im Saarland.

Ab dem 1. August 2022 steigen die Entgelte und Ausbildungsvergütungen für die rund 68.000 Beschäftigten in der nordwestdeutschen Stahlindustrie um 6,5 Prozent. Außerdem wurde für die Monate Juni und Juli 2022 eine Zahlung von 500 Euro vereinbart; die Auszubildenden erhalten 200 Euro. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann sprach von der "höchsten prozentualen Entgeltsteigerung in der Stahlindustrie seit 30 Jahren".

Bald Tarifverhandlungen auch im Saarland

Während der Tarifvertrag für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen gilt und auch die Tarifpartner in Ostdeutschland die Vorgaben wohl so übernehmen dürften, stehen in der saarländischen Stahlindustrie mit ihren rund 14.000 Beschäftigten die Tarifverhandlungen erst noch bevor.

Ralf Cavelius von der IG Metall in Völklingen sprach mit Blick auf den Nord-Westen von einem „guten  Ergebnis“ - trotz der derzeit hohen Inflation.  „Denn die in so einem Tarif abzubilden ist schwierig“, so Cavelius.

Erster Verhandlungstermin Ende Juni

Im Saarland läuft der aktuelle Tarifvertrag zum 31. August aus. Deshalb trifft sich laut IG Metall Völklingen am 24. Juni die Tarifkommission der Arbeitnehmerseite, um ihre Forderungen an die Arbeitgeber zu formulieren.

Voraussichtlich Ende des Monats werde es dann einen ersten Verhandlungstermin geben, so Cavelius. Sollte es bis zu den Sommerferien keinen neuen Tarifabschluss geben, könnten nach der Sommerpause Maßnahmen wie Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja