Arzt hält Röntgenaufnahme (Foto: imago images / Westend61)

Bessere Arbeitsbedingungen für Klinikärzte

  22.05.2019 | 16:11 Uhr

Patienten der mehr als 500 kommunalen Krankenhäuser in Deutschland müssen vorerst keine weiteren Ärztestreiks befürchten. Die Gewerkschaft Marburger Bund und die kommunalen Arbeitgeberverbände haben sich in Berlin auf einen Tarifvertrag geeinigt.

Demnach erhalten die rund 55.000 Ärzte rückwirkend zum 1. Januar 2,5 Prozent mehr Geld. Die Gehälter steigen jeweils zum 1. Januar 2020 und 2021 noch einmal um zwei Prozent. Vereinbart wurde auch eine korrekte elektronische Erfassung der Arbeitszeiten. Zudem sollen die Ärzte ab dem kommenden Jahr mindestens zwei Wochenenden im Monat frei haben und es soll Zuschläge bei mehr als fünf Bereitschaftsdiensten monatlich geben.

"Für mehr als zwei Jahre Ruhe"

Die Tarifeinigung sei "ein bemerkenswerter Erfolg", sagte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke. Wesentliche Forderungen seien erfüllt. Auch im Saarland hatten sich in den vergangenen Wochen kommunale Klinikärzte an bundesweiten Streikaktionen beteiligt. Weitere Aktionen wird es vorerst nicht mehr geben. "Wir werden jetzt in den kommunalen Krankenhäusern für mehr als zwei Jahre Ruhe haben", sagte Henke.

Die Arbeitgeberverbände rechnen mit Mehrkosten von rund einer halben Milliarde Euro. Wegen der strengeren Auflagen für Dienstzeiten könnte an einigen Kliniken auch mehr Personal notwendig werden.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 22.05.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen