Anzeigentafel mit den Spritpreisen an einer Tankstelle (Mai 2022) (Foto: IMAGO / Arnulf Hettrich)

Verband rechnet vor 1. Juni mit steigenden Sprit-Preisen

  24.05.2022 | 14:34 Uhr

Kurz vor dem Start des Tankrabatts im Saarland übt der Interessensverband der Tankstellenpächter heftige Kritik an den Mineralölkonzernen. Im SR-Interview bezeichnete Verbandssprecher Rabl die Konzerne als "Kriegsgewinnler". Zum 1. Juni hin rechnet er mit einer kräftigen Erhöhung der Spritpreise.

Am 1. Juni soll das Tanken in Deutschland durch das Entlastungspaket der Bundesregierung um 30 Cent günstiger werden. Herbert W. Rabl, Sprecher des Tankstellen-Interessenverbandes, sieht die Pächter gut auf den Tankrabatt vorbereitet. Der Verband vertritt die Pächter der Markentankstellen. Ähnlich wie der ADAC erwartet auch der Tankstellenverband lange Schlangen am 1. Juni, weshalb Rabl Autofahrern empfiehlt, einige Tage zu warten.

Tankrabatte: Sind die Tankstellen im Saarland vorbereitet?
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger (c) SR, 24.05.2022, Länge: 03:23 Min.]
Tankrabatte: Sind die Tankstellen im Saarland vorbereitet?

Zweifel an Rabatt-Weitergabe

Rabl sagte im SR-Interview, die Tankstellen im Saarland könnten vereinzelt auch Kunden zurückgewinnen, die sonst in Luxemburg oder Frankreich tanken – wenn die Mineralölgesellschaften den Tankrabatt auch tatsächlich in vollem Umfang weitergeben.

Daran zweifelt Rabl jedoch – und greift die Firmen scharf an. „Die Mineralölgesellschaften nehmen momentan unverschämt hohe Preise, machen sich die Taschen voll, haben Milliardengewinne, weil sie Kriegsgewinnler sind.“

Keine Gründe für hohe Preise

Objektive Gründe, warum Benzin und Diesel derzeit so teuer sind, gebe es nicht, so Rabl weiter. „Der Sprit könnte bei 1,80 Euro sein. Aber die Angst treibt momentan die Preise hoch, und mit dieser Angst verdienen die Mineralölgesellschaften Geld.“

Der Sprecher des Tankstellen-Interessenverbandes vermutet, dass die Konzerne die Spritpreise zum 1. Juni hin noch einmal nach oben schrauben werden, „sodass wir irgendwo bei 2,10 Euro, 2,20 Euro landen werden“. „Dann geben sie den Tankrabatt vielleicht weiter, vielleicht in vollem Umfang, vielleicht auch nur mit 25 Cent.“

Rabl: „Verbraucher zahlt zu viel“

Die Pächter der Tankstellen haben mit all dem wenig zu tun. Der Sprit an den Tankstellen gehört der Mineralölgesellschaft, bis der vom Autofahrer umgefüllt wird. Der Pächter bekommt pro getanktem Liter nur einen Cent, unabhängig vom Verkaufspreis.

Rabls Fazit: „Der Verbraucher zahlt bis 1. Juni mehr und zahlt ab 1. Juni wieder ein bisschen weniger. Aber unterm Strich zahlt der Verbraucher aus unserer Sicht zu viel.“

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Mittag vom 24.05.2022 berichtet.

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