Tadano  (Foto: Karin Mayer/SR)

Kündigungen beim Kranhersteller Tadano

Karin Mayer   13.01.2021 | 09:30 Uhr

Es ist ein harter Schnitt: Beim Kranhersteller Tadano müssen 392 Mitarbeiter in Zweibrücken und 114 im bayrischen Lauf an der Pegnitz gehen. Darüber hat das Unternehmen den SR informiert. 

Die Beschäftigten können zum 1. Februar in eine Transfergesellschaft wechseln. Ihre Gehälter werden dort für maximal ein Jahr auf 80 Prozent des Einkommens aufgestockt. Außerdem werden Abfindungen gezahlt, die fallen aber bescheiden aus. Denn der Kranhersteller ist seit Januar im Schutzschirmverfahren, das heißt: quasi insolvent.  

Standortschließung vermieden 

Kündigungen beim Kranhersteller Tadano
Audio [SR 3, Karin Mayer, 13.01.2021, Länge: 02:56 Min.]
Kündigungen beim Kranhersteller Tadano

Die Einschnitte sind hart, das weiß Personalchef Frank Schättle. Dennoch betont er, dass Schlimmeres vermieden wurde. Standortschließungen beispielsweise soll es nicht geben. Tadano wolle wachsen und verfolge eine langfristige Strategie. Der Kranhersteller wolle den Marktanteil steigern und Menschen eine langfristige Beschäftigung bieten.

Geschäftsführer Jens Ennen sagte dem SR, der Personalabbau reiche nicht aus, um schnell schwarze Zahlen zu schreiben. Die will er mittelfristig erreichen. Der Sanierungsplan gehe weit über den Personalabbau hinaus, sagt Jens Ennen. Durch den Zusammenschluss der Unternehmen im Jahr 2019 gebe es ein überlappendes Produktportfolio.

Die Werke Tadano Demag und Tadano Faun sollen künftig effizienter zusammenarbeiten, dafür müssten die Produktionsabläufe in beiden Werke verbessert werden. Mit 1140 Beschäftigten in Zweibrücken und 500 weiteren Lauf sei es möglich, die Produktion schnell zu steigern, wenn der Markt zurückkomme. Die Auftragseingänge seien mit dem Beginn der Corona-Pandemie um fast 30 Prozent geschrumpft. In den letzten Wochen konnte der Kranhersteller einen steigenden Auftragseingang verzeichnen. 

Betriebsrat will sich nicht äußern

Der Betriebsratsvorsitzende Eduard Glass will sich zum beschlossenen Personalabbau nicht äußern. Peter Vollmar von der IG Metall Saarpfalz schon. Er kritisiert, dass der Betriebsrat erst sehr spät über den Insolvenzplan der Geschäftsführung informiert worden sei. Danach sei der Zeitdruck groß gewesen. Zwar wurde in den Sozialplanverhandlungen über Arbeitszeitverkürzung und Verzicht auf Zulagen gesprochen, um die Zahl der Kündigungen zu reduzieren, es kam aber zu keiner Einigung.

Dafür machen sich nun Geschäftsführung und Gewerkschaft gegenseitig verantwortlich. Das Unternehmen war offenbar bereit, die Zahl der Kündigungen auf 300 zur reduzieren. Im Gegenzug hätte die Belegschaft aber auch eine dauerhaft vereinbarte Zulage verzichten müssen. Laut Gewerkschaft waren die verlangten Einschnitte nicht zumutbar. 

Der Kranhersteller Tadano befindet sich seit Jahresanfang in einem Schutzschirmverfahren. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung soll Ende März abgeschlossen sein. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 13.01.2021 berichtet.

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