Arbeiter stehen in einer Hallt mit Produktionsrobotern in einem Werk von Great Wall Motors in Chongqing, China (Foto: imago images/VCG)

Wer hinter Branchenneuling SVolt steckt

Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai / Onlinefassung: Axel Wagner   19.11.2020 | 12:44 Uhr

Der chinesische Batterie-Hersteller SVolt will rund zwei Milliarden Euro im Saarland investieren. Doch die Firma und ihr Mutterkonzern Great Wall Motors sind in Deutschland und Europa bislang weitgehend unbekannt. Steffen Wurzel, ARD-Korrespondent in Shanghai, stellt das Unternehmen vor.

Portrait des Batterie-Konzerns Svolt
Audio [SR 2, Steffen Wurzel, 19.11.2020, Länge: 05:00 Min.]
Portrait des Batterie-Konzerns Svolt

Was die Akkus für Elektroautos angeht, waren jahrelang Hersteller aus Japan und Südkorea weltweit führend. Doch schon seit Jahren holen chinesische Hersteller auf. Sie werden angespornt und zum Teil auch massiv finanziell unterstützt vom Staat. Chinas Staats- und Parteiführung fördert den Ausbau der E-Mobilität. Der Bereich ist ein wichtiger Teil der chinesischen Industriepolitik.

Einer der größten Autohersteller Chinas

SVolt-Ansiedlung: Umweltverträglichkeit und die Erfahrungen mit chinesischen Investoren
Audio [SR 3, Studigespräch: Simin Sadeghi/Karin Mayer, 19.11.2020, Länge: 05:36 Min.]
SVolt-Ansiedlung: Umweltverträglichkeit und die Erfahrungen mit chinesischen Investoren

SVolt ist ein noch sehr junges Unternehmen. Erst seit 2018 tritt der Auto-Batterie-Hersteller als eigenständige Firma auf. Davor gehörte SVolt zum chinesischen Autokonzern Great Wall, einem der größten und erfolgreichsten Autohersteller des Landes.

Seinen Hauptsitz hat SVolt in der Stadt Changzhou, rund 150 Kilometer westlich von Shanghai. Rund die Hälfte der weltweit rund 3000 Beschäftigten von SVolt arbeiten nach Konzernangaben im Bereich Forschung und Entwicklung.

Neuer Akkutyp ohne Kobalt

Im Frühjahr hat SVolt bekannt geben, einen neuartigen Akku-Typ entwickelt zu haben, der ohne das Metall Kobalt auskommt. Bisher ist Kobalt in den meisten modernen Lithium-Ionen-Akkus für E-Autos enthalten. Das Metall ist relativ teuer und auch der Abbau ist hochproblematisch, denn Kobalt wird vor allem im afrikanischen Kongo abgebaut, wo es seit Jahrzehnten politische Konflikte gibt. Die Arbeitsbedingungen vor Ort gelten als problematisch. Mit kobaltfreien Akkus ließen sich also künftig kostbare Ressourcen schonen und Geld sparen.

SVolt ist nicht der erste chinesische Batteriehersteller, der in Deutschland investiert. In der Nähe der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt baut der chinesische Konzern CATL gerade ein Werk für Elektroautoakkus.

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