Menschen mit gefüllten Einkaufstüten (Foto: picture alliance / Nikolai Huland/dpa)

Corona macht aus Saarländern Shopping-Muffel

  21.07.2020 | 10:50 Uhr

Bummeln, Shoppen, durch die Innenstadt flanieren: All das machen die Saarländer im Zuge der Corona-Pandemie deutlich seltener. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Konsumforschern der Saar-Uni. Auch in Zukunft erwarten die Wissenschaftler eine spürbare Zurückhaltung im stationären Einzelhandel.

Die Wissenschaftler des Instituts für Konsum- und Verhaltensforschung der Universität des Saarlandes befragten in der nicht repräsentativen Studie 1000 Menschen, darunter zwei Drittel aus dem Saarland. Das Ergebnis ist deutlich: Shoppingtouren durch die Innenstadt – das wollen derzeit bedeutend weniger Menschen als vor der Corona-Krise.

Saarländer haben kaum Lust auf Shoppingtouren
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 21.07.2020, Länge: 02:49 Min.]
Saarländer haben kaum Lust auf Shoppingtouren

Weniger Lust auf Bummeln

Dabei sind es vor allem die Saarländer, die zu echten Einkaufsmuffeln mutieren. „Als ein zentrales Ergebnis konnten wir so herausfinden, dass insbesondere Saarländerinnen und Saarländer spürbar weniger Lust auf den Erlebniseinkauf haben“,  so die Marketing-Professorin Andrea Gröppel-Klein. Demnach gaben saarländischen Studienteilnehmer an, nach der Wiedereröffnung der Geschäfte messbar weniger Lust auf einen Einkaufsbummel zu haben als die teilnehmenden Nicht-Saarländer.

Kenya Kirsch zum derzeitigen Shoppingverhalten der Saarländer
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 21.07.2020, Länge: 03:04 Min.]
Kenya Kirsch zum derzeitigen Shoppingverhalten der Saarländer

Einkaufverhalten in Coronazeiten
Audio [SR 3, (c) SR 3 Lena Schmidtke, 22.07.2020, Länge: 02:38 Min.]
Einkaufverhalten in Coronazeiten

Auch in Zukunft erwarten die Macher der Studie eine Zurückhaltung der Menschen im stationären Einzelhandel. „Der schon vorher erkennbare Trend hin zum Online-Shopping hat sich durch die Coronakrise offenbar noch beschleunigt“, konstatiert Gröppel-Klein.

Bumerang-Effekt möglich

Zudem hegen die Konsumforscher eine interessante Vermutung. Sollte es zur Abkehr von der Mundschutzpflicht kommen, könnte das einen "Bumerang-Effekt" auslösen. Denn viele Menschen seien besorgt, sich in den Geschäften anzustecken. Den wenigen, die dann wieder Lust am Einkaufsbummel hätten, stünden die vielen gegenüber, die dann aus Angst vor der Ansteckung zuhause blieben, statt sich womöglich mit Maske in die Geschäfte zu begeben. „Der Handel sollte daher noch warten, die Mundschutzpflicht aufzugeben“, rät die die Marketing-Professorin.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 21.07.2020 berichtet.

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