Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (Foto: dpa)

Arbeitskräfte-Mangel wird zum Problem fürs Saarland

  15.02.2020 | 13:03 Uhr

In Zukunft wird die Wirtschaft im Saarland immer deutlicher unter dem Arbeitskräftemangel leiden. Insbesondere im Gesundheitswesen droht laut einer aktuellen Studie ein sehr großer Fachkräftemangel. In vielen Industriebereichen könnte es künftig allerdings ein Überangebot geben.

Während in Süddeutschland und den Stadtstaaten Berlin und Hamburg weiter ein Wachstum der Beschäftigung zu verzeichnen sei, werde es in Ostdeutschland und auch im Saarland zu Engpässen wegen der schrumpfenden Bevölkerung kommen, stellen Forscher des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, IAB, fest.

Forscher erwarten Stagnation im IT-Bereich

Die Rekrutierung von Arbeitskräften werde für Bundesländer, die sich bei der Digitalisierung bzw. im IT-Bereich stark fortentwickeln, einfacher. Laut den Ergebnissen der Forscher wird das Saarland bei IT-Berufen und entsprechenden Unternehmen aber stagnieren. Zudem hat das produzierende Gewerbe einen hohen Anteil an der Wirtschaft im Saarland. Länder mit einem hohen Anteil seien aber direkter von Verwerfungen im Außenhandel betroffen.

Große Engpässe im Gesundheitswesen erwartet

In der Studie wurde auch untersucht, wie viele neue Arbeitsplätze entstehen. Sie kommt zum Ergebnis: Bis 2035 werden rund 23.000 Stellen neu geschaffen. Gleichzeitig werden aber rund 50.000 Arbeitsplätze wegfallen. Mit dem größten Arbeitsplatzabbau muss demzufolge die Metallbranche rechnen. Dazu gehören sowohl Metallerzeugung als auch –bearbeitung.

Im Gesundheitswesen könnten dagegen die meisten Arbeitsplätze aufgebaut werden. In dieser Branche rechnen die Forscher auch mit dem größten Fachkräfteengpass. Auch in Erziehungsberufen, in der Gaststätten- und Tourismusbranche und bei Sicherheits- und Überwachungsberufen drohen Engpässe. Ein Überangebot an Arbeitskräften erwarten die Forscher hingegen in der Metallbranche, der Rohstoffgewinnung, bei Reinigungsberufen und bei Lehrern und anderen ausbildenden Berufen.

Bundesweit niedrigster Anteil jüngerer Menschen

Ausschlaggebend für das Arbeitsangebot sind die Anzahl, die Altersstruktur und die Entwicklung der Bevölkerung. Je größer die Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 70 Jahren ist, desto höher ist in der Regel auch das Arbeitsangebot. Darüber hinaus spielt die Altersstruktur eine Rolle für die Entwicklung etwa von Erziehungs- und Bildungsberufen oder die Gesundheitsbranche. Im Saarland, so die Prognose, geht die Bevölkerung bis 2035 um 6,9 Prozent auf dann 926.000 Menschen zurück. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Jüngeren, während der Anteil der Über-70-Jährigen von 18,1 Prozent im Jahr 2015 auf 25,6 Prozent im Jahr 2035 steigen wird.

Das IAB geht in seinem Forschungsbericht davon aus, dass das Saarland 2035 bundesweit den geringsten Bevölkerungsanteil an jungen Menschen unter 15 Jahren haben wird. Gleichzeitig wird der Anteil älterer Einwohner nur noch in zwei anderen Bundesländern höher sein.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja