Flughafen Saarbrücken (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Studie fordert Aus für Flughafen Saarbrücken

Yvonne Schleinhege   19.08.2020 | 08:56 Uhr

Der Flughafen in Saarbrücken ist ökonomisch nicht nachhaltig, nicht bedarfsgerecht und klimapolitisch bedenklich. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft. Insgesamt hat die Initiative 14 Regionalflughäfen unter die Lupe genommen.

"Der Urlaubsflughafen muss nicht subventioniert werden"
Audio [SR 3, Interview Nadine Thielen / Werner Reh, 19.08.2020, Länge: 03:42 Min.]
"Der Urlaubsflughafen muss nicht subventioniert werden"

Für die Macher der Studie steht grundsätzlich fest: Regionalflughäfen wie der in Ensheim sind ökonomisch und ökologisch unsinnig. Trotz rückläufiger Passagierzahlen würden diese immer noch mit zu vielen Steuergeldern subventioniert.

Das Argument, dass der Flughafen Ensheim für die Saar-Wirtschaft wichtig sei, lässt der Autor der Studie, Werner Reh, nicht gelten. Ab Saarbrücken gebe es so gut wie keine Flugverbindung zu internationalen Drehkreuzen oder in europäische Wirtschaftszentren.

Subventionen müssen 2024 wegfallen

Video [aktueller bericht, 19.08.2020, Länge: ab Min. 14:11]
Nachrichten

Saarbrücken sei eine Urlaubsschleuder, in Zeiten der Klimakrise sei das "pervers", sagte Reh im SR-Interview. Das sei kein Zweck, den man subventionieren sollte. Für die Macher der Studie wäre es sinnvoller, die Zug-Anbindung etwa an den Frankfurt Flughafen auszubauen.

Im Saarland ist man vom Flughafen hingegen überzeugt: Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) hatte zuletzt betont, dass man zuversichtlich sei, bis 2024 die Subventionen auf null herunterzufahren. Ab dann verbietet die EU staatliche Beihilfen für Flughäfen. In diesem Jahr muss das Land immer noch 1,8 Millionen Euro für den Flughafen zuschießen, die 2,7 Millionen Euro Corona-Schäden noch nicht miteingerechnet.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 19.08.2020 berichtet.

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