Die Stadtautobahn A620 entlang der Saar in Saarbrücken (Foto: SR / Felix Schneider)

LfS bereitet Autobahn-Übergabe an Bund vor

Herbert Mangold / Onlinefassung: Daniel Dresen   01.07.2020 | 20:00 Uhr

Ende des Jahres übernimmt der Bund nach einer Strukturreform offiziell die Autobahnen vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS). Die Bundes- und Landstraßen bleiben jedoch beim LfS. Am Mittwoch hat die Ausgliederung begonnen.

Für über 2000 Kilometer Straßen und rund 1300 Bauwerke im Saarland ist bislang der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) zuständig. Doch das rund 240 Kilometer umfassende Autobahnnetz bekommt jetzt eine eigene Struktur. In Tholey, Dillingen und in Limbach sind nun eigene Autobahnmeistereien für Bau und Erhaltung zuständig, die ab 2021 der Bund übernehmen wird.

Video [aktueller bericht, 01.07.2020, Länge: 3:30 Min.]
Strukturreform beim Landesbetrieb für Straßenbau gestartet

Parallel dazu gibt es für die Bundes- und Landstraßen vier eigene Straßenmeistereien des LfS. Eine in Merzig, eine in Sankt Wendel sowie in Sulzbach und Rohrbach. Um die Straßen in Saarbrücken kümmert sich die Stadt selbst.

Saarland muss "Kröte schlucken"

Eigentlich wäre die Aufteilung auf Land und Bund rein rechtlich erst Ende des Jahres notwendig gewesen. Doch ohne Vorbereitung funktioniert das nicht. "Material, Geräte und alles andere müssen wir wechseln und wollen das auch noch vor dem Winter machen, damit wir nicht in die Winterperiode kommen", sagt Werner Nauerz, Leiter des Landesbetriebes. Zudem müssten sich die Arbeiter in ihren neuen Bezirken erst einmal einarbeiten.

Erst im Jahr 2007 waren im Saarland die Straßen- und die Autobahnmeistereien aus Effizienzgründen zusammengeführt worden. Die neuerliche Trennung - für Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) ein erzwungener Rückschritt. "Wir müssen diese Kröte leider schlucken, weil dies ein Baustein war für die gesamten Bund-Länder-Finanzbeziehungen, die damit neu geeinigt worden sind. Aber wir versuchen das Beste daraus zu machen", so die Ministerin. Es sei wichtig, dass das Saarland nicht von der Autobahnkarte verschwinde, auch wenn es dies nun nicht mehr selbst in der Hand hätte.

Kooperationen geplant

Ein Drittel der rund 530 Mitarbeiter werden in die Autobahn-GmbH wechseln. Die anderen bleiben beim LfS in Neunkirchen. Dort gibt es auch schon eine Außenstelle der Autobahn-GmbH des Bundes. "Die Autobahn ist auf der Suche nach geordneten Flächen für das Thema Neubau, das hier in räumlicher Nähe stattfinden soll. Da gibt es auch erste Verhandlungen. Ich denke, dass die Autobahn für die nächsten zwei, drei Jahre hier im Haus sitzen wird", so LfS-Leiter Nauerz. Im Bereich Reparaturen und Wartung soll es Kooperationen geben.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktueller bericht" im SR Fernsehen vom 01.07.2020 berichtet.

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