Ein Sperrhinweis klebt auf einem Stromzählerkasten (Foto: picture alliance/dpa/Jonas Güttler)

Appell gegen Stromsperren offenbar verpufft

Karin Mayer   22.12.2020 | 12:05 Uhr

Der Appell von Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD), in Zeiten von Corona keine Stromsperren zu verhängen, ist offenbar wirkungslos. Das kritisiert der Vorsitzende der Armutskonferenz, Wolfgang Edlinger, und fordert, dass Stromsperren vor Weihnachten aufgehoben werden. Der zuständige Verband reagiert.

Edlinger sagte, nötig sei ein Moratorium bis Ende März. Während der Corona-Pandemie gehe es darum, Menschen zu schützen. Durch Stromsperren würden den Betroffenen elementare Lebensgrundlagen wie Licht, warmes Essen und Heizung entzogen. Sowohl bei der saarländischen Armutskonferenz als auch bei den Sozialberatungsstellen meldeten sich nach wie vor verzweifelte Menschen, denen der Strom abgestellt wurde.

3100 Sperren im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr wurde 3100 Haushalten der Strom gesperrt. Seit Kurzem können sich Betroffene bei einer neuen Steuerungsstelle bei der Verbraucherzentrales des Saarlandes melden. Das Land und die Energieversorger haben zudem einen Notfallfonds für Menschen eingerichtet, die ihre Stromrechnung nicht bezahlen können.

Der Verband kommunaler Unternehmen und der Verband der Energie und Wasserwirtschaft im Saarland haben ihre Mitgliedsunternehmen inzwischen angewiesen, bis zum 10. Januar keine neuen Stromsperren mehr zu verhängen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 22.12.2020 berichtet.

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