Ein grüner Stromstecker liegt auf einer Stromrechnung. (Foto: Jens Kalaene/ZB/dpa-Bildfunk)

Strompreise im Saarland steigen wohl

Axel Wagner   16.10.2019 | 15:49 Uhr

Die Strompreise werden im kommenden Jahr für viele Verbraucher im Saarland mit hoher Wahrscheinlichkeit steigen. Das hat eine SR-Umfrage bei vier großen saarländischen Energieversorgern ergeben.

Wie hoch die Steigerung genau ausfällt, kann bislang keines der befragten Unternehmen sagen. VSE und Energis wollen die Entwicklung der einzelnen Preiskomponenten abwarten. Laut Pressesprecherin Marie-Elisabeth Denzer rechnet die Unternehmensgruppe aber mit Kostensteigerungen und will daher im ersten Quartal 2020 die Preise erhöhen.

Versorger warten Entwicklung ab

So setzt sich der Strompreis zusammen

Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) macht ein knappes Viertel des Strompreises aus. Ein weiteres Viertel geht für die Netzentgelte drauf, also die Gebühren, die der Stromversorger für die Durchleitung an den Netzbetreiber zahlen muss. Knapp 20 Prozent machen die Preise aus, die der Stromproduzent fordert. Dazu kommen noch die Umsatzsteuer, die rund 16 Prozent des Strompreises (Brutto) ausmacht, sowie weitere Gebühren.

Auch die KEW Neunkirchen nennt noch keine konkreten Zahlen. „Da sind wir im Moment am Rechnen“, sagte Vorstand Marcel Dubois. Die Stadtwerke Homburg gehen von einer Preiserhöhung von unter fünf Prozent zum 1. März 2020 aus. Ein Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 5000 Kilowattstunden pro Jahr müsste dort dann jährlich mindestens 70 Euro mehr bezahlen.

Bei Energie SaarLorLux ist die Entwicklung noch offen. Sprecher Stefan Eichacker sagte dem SR, bis einschließlich 1. Januar 2020 seien keine Preiserhöhungen geplant. Für die Zeit danach will sich das Unternehmen noch nicht festlegen. Eichacker verweist allerdings darauf, dass viele Kunden langfristige Konditionen vereinbart hätten, die sie vor Preiserhöhungen schützen.

EEG-Umlage einer der Preistreiber

Die EEG-Umlage, die von derzeit 6,405 Cent pro Kilowattstunde auf 6,756 Cent im kommenden Jahr steigen soll, ist bei den zu erwartenden Preiserhöhungen nicht die alleine treibende Kraft. Sie macht nur ein knappes Viertel des Strompreises aus. Entscheidend sind auch weitere Kostenpunkte, deren Entwicklung bislang nicht absehbar ist.

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