Finanzminister Peter Strobel (CDU). (Foto: IMAGO / Becker&Bredel)

Diskussion um künftige Postenverteilung in der CDU Saar

  01.04.2022 | 16:42 Uhr

In der saarländischen CDU gibt es offenbar Unstimmigkeiten über die künftige Postenverteilung. Nach Auffassung des stellvertretenden Parteivorsitzenden Peter Strobel müssen Partei- und Fraktionsvorsitz nicht unbedingt in einer Hand liegen. Noch-Parteichef Hans und der Fraktionsvorsitzende Funk hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen.

Es war das schlechteste Wahlergebnis der CDU im Saarland seit mehr als sechs Jahrzehnten. Der abgewählte saarländische Ministerpräsident Tobias Hans zog die Konsequenzen und kündigte an, nicht mehr als Parteivorsitzender der Saar-CDU zu kandidieren.

Auf einem Parteitag am 28. Mai soll nun über die personelle Neuaufstellung entschieden werden. Landtagspräsident Stephan Toscani hatte im Parteivorstand bereits seine Bereitschaft erklärt, für das Amt zu kandidieren.

CDU müsse sich neu aufstellen

Nach Meinung des stellvertretenden Vorsitzenden der Saar-CDU, Peter Strobel, müssen bei der Union im Land künftig Partei- und Fraktionsvorsitz nicht in einer Hand liegen. Die CDU sei nach der Wahlniederlage in einer Phase, in der sie sich neu aufstellen und definieren müsse, wie das Profil der neuen Parteispitze und die Oppositionsarbeit aussehen soll, sagte der bisherige Finanzminister am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

„Da ist es keinesfalls notwendig, dass Fraktions- und Parteiführung personenidentisch sind. Ganz zu schweigen von der Frage, wer in fünf Jahren als Spitzenkandidat der CDU Saar in die Landtagswahl geht“, sagte Strobel. Noch-Ministerpräsident Tobias Hans und der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Funk hatten das zuletzt anders gesehen.

Kandidatur nicht ausgeschlossen

Eine Kandidatur für den Parteivorsitz im Land als Nachfolger von Hans schloss Strobel im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur nicht aus. Er sehe seine Perspektive jedoch „nicht im Fraktionsvorsitz und auch nicht in der Spitzenkandidatur 2027“, betonte der 51-Jährige.

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Neunkirchen und Justiz-Staatssekretär Roland Theis fordert Strobel einen Erneuerungsprozess für die CDU. Neben einer Bestandsaufnahme sei eine Analyse erforderlich, die alle Ebenen der Partei einbeziehe.

Sanierungskonzept gefordert

„Aus den Ergebnissen müssen wir gemeinsam ein Sanierungskonzept erarbeiten. Nicht nur programmatisch, sondern auch konzeptionell - insbesondere, was Veranstaltungsformate, Formen der Mitgliederbeteiligung und des offenen Diskurses angeht“, so Strobel.

Wie die meisten Mitglieder der CDU Saar stehe auch er immer noch unter dem Eindruck der Wahlniederlage und der damit verbundenen Enttäuschung. Er sei jedoch überzeugt, dass es eine Aufgabe gebe, „von der aus ich mithelfen kann, die CDU Saar so bald wie möglich wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Das kann, muss aber nicht zwingend in einer Spitzenfunktion der Partei sein."

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 01.04.2022 berichtet.

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