Ein Arzt misst in seiner Praxis einer Patientin den Blutdruck.  (Foto: picture alliance / Bernd Weissbrod/dpa)

Streit um Medizinische Versorgungszentren

Nelly Theobald / Onlinefassung: Thomas Braun   26.04.2019 | 20:00 Uhr

Der saarländische Städte- und Gemeindetag (SSGT) hat Medizinische Versorgungszentren in kommunaler Trägerschaft vorerst abgelehnt. Gesundheitsstaatsekretär Kolling hatte solche Zentren vorgeschlagen, um einem drohenden Ärztemangel auf dem Land entgegenzuwirken.

Die SSGT-Geschäftsführerin Barbara Beckmann-Roh sagte, Medizinische Versorgungszentren stellten ein hohes wirtschaftliches Risiko für die Gemeinden dar. Außerdem habe die Kassenärztliche Vereinigung den gesetzlichen Auftrag, die ambulante medizinische Versorgung sicherzustellen.

Video [aktueller bericht, 26.04.2019, Länge: 3:38 Min.]
Diskussion um medizinische Versorgungszentren in Kommunen

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung kann sie selbst erst Praxen eröffnen, wenn bereits eine Unterversorgung bestehe, es also schon zu spät sei.

Ein Viertel der Hausärzte im Rentenalter

Gesundheitssekretär Stephan Kolling (CDU) hatte den Gemeinden vorgeschlagen, selbst medizinische Versorgungszentren zu eröffnen und Allgemeinmediziner mit geregelten Arbeitszeiten anzustellen. Hintergrund ist, dass fast ein Viertel der praktizierenden Hausärzte im Saarland im Rentenalter ist.

Video [aktueller bericht, 26.04.2019, Länge: 3:40 Min.]
Interview mit Dr. Joachim Meiser, Vorsitzender der kassenärztlichen Vereinigung

Über dieses Thema wurde auch in aktuell im SR Fernsehen vom 26.04.2019 berichtet.

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