Symbolbild: Schule (Foto: dpa/Daniel Karmann)

Streit um Lehrerstellen geht weiter

Thomas Braun / mit Informationen von Nadine Thielen   22.05.2019 | 19:17 Uhr

Der Streit innerhalb der Großen Koalition um 106 Lehrerstellen im Saarland geht weiter: Nachdem Bildungsminister Commerçon (SPD) dem Koalitionspartner am Mittwochmittag im SR-Interview vorgeworfen hatte, die CDU sei nicht bereit über Konzepte zu reden, reagierte deren Finanzminister Strobel.

Für Peter Strobel sind die Äußerungen seines Ministerkollegen Commerçon unverständlich. Immerhin habe man erst am Dienstag im Ministerrat ein gemeinsames Vorgehen vereinbart, dem das komplette Kabinett zugestimmt habe.

Video [aktueller bericht, 22.05.2019, Länge: 3:18 Min.]
Streit um Lehrerstellen im Saarland

Strobel verweist auf den Haushaltsplan für 2019. Wieso das Bildungsministerium unter Commerçon für diesen Haushaltsplan keines der jetzt geforderten Projekte für zusätzliche Lehrerstellen eingebracht habe, erschließe sich ihm nicht. Außerdem habe der Finanzminister damals schon auf eigentlich "notwendige" Stellenstreichungen verzichtet.

"Wir brauchen noch mehr Stellen"

"Der Kultusminister ist der natürliche Feind des Finanzministers"
Audio [SR 3, (c) Nadine Thielen, 22.05.2019, Länge: 04:49 Min.]
"Der Kultusminister ist der natürliche Feind des Finanzministers"

Commerçon hatte am Mittwochmittag im SR-Interview seine Forderung bekräftigt, auf den geplanten Abbau von 106 Lehrerstellen zu verzichten. Eigentlich brauche man sogar noch mehr Stellen, wenn man den Koalitionsvertrag umsetzen wolle. Basis seien natürlich die tatsächlichen Schülerzahlen. Aber es gehe auch um die Frage, wie besonders belastete Schulen entlastet werden können und wie man schwächeren Schülern stärker unter die Arme greifen könne.

Das Sparargument spielt für Commerçon, der nach eigener Aussage kein Anhänger der Schuldenbremse ist, nur eine untergeordnete Rolle. Angesichts eines jährlichen Bildungshaushalts von 1,1 Milliarden Euro sei der Streit um die fünf Millionen, die die zusätzlichen Kosten für Lehrer ausmachten, nicht nötig.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3 Rundschau vom 22.05.2019 berichtet.

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