Weiße und blaue Hemden mit dem saarländischen Polizeiwappen (Foto: dpa)

Interner Streit in der GdP eskaliert

Thomas Gerber   06.01.2021 | 20:53 Uhr

Der Streit zwischen der Frauengruppe und dem Landesvorstand der Gewerkschaft der Polizei GdP ist weiter eskaliert. Der Geschäftsführende Landesvorstand kündigte am Mittwoch an, gegen die Vorsitzende der Frauengruppe Rost und die stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Koch die Einleitung eines Ausschlussverfahrens zu beantragen.

In einem Brief des Landesvorstands an die 2500 GdP-Mitglieder heißt es, Julia Koch und Vera Rost hätten sich gewerkschaftsschädigend verhalten. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihnen sei nicht mehr möglich. Weder Koch - derzeit hauptamtliche Frauenbeauftragte der Landespolizei - noch Rost würden bei der bevorstehenden Wahl der Frauenbeauftragten beziehungsweise des Personalrats von der GdP unterstützt.

Ärger über "Denunziantentum"

In seinem Mitgliederbrief verweist der GdP-Landesvorstand unter anderem auf einen Vorgang, wonach Rost einen Brief, in dem sich ein Gewerkschaftsmitglied kritisch über die Frauenbeauftragte Koch geäußert habe, an das Landespolizeipräsidium weitergegeben haben soll. Rost soll darum gebeten haben, disziplinar- und strafrechtliche Ermittlungen gegen den Verfasser einzuleiten.

Dazu erklärt der GdP-Landesvorstand, dass für "Denunziantentum und Illoyalität" in der Gewerkschaft kein Platz sei. Der geschäftsführende Landesvorstand habe zugleich dem GdP-Landesvorsitzenden David Maaß das "vollumfängliche Vertrauen" ausgesprochen.

Streit schwelt schon länger

Der Streit zwischen der GdP-Frauengruppe und Maaß schwelt bereits seit längerem. Auslöser war ein Facebook-Post der Frauengruppe im Zusammenhang mit der Besetzung der Stelle des Vizepräsidenten des Landespolizeipräsidiums im Mai vergangenen Jahres. Die Frauengruppe hatte sich darin indirekt für die spätere Stelleninhaberin Natalie Grandjean ausgesprochen.

Maaß hatte den Facebook-Post heftig kritisiert und darauf verwiesen, dass sich die GdP traditionell nicht in laufende Stellenbesetzungsverfahren einmische und Öffentlichkeitsarbeit mit dem Vorstand abzustimmen sei. Die Frauengruppe hatte ihm daraufhin sexistisches und undemokratisches Verhalten vorgeworfen.

Rost fordert Rücktritt des Landesvorstandes

Die Vorsitzende der Frauengruppe Rost erklärte in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem SR, dass sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Koch nun den Rücktritt des kompletten geschäftsführenden GdP-Landesvorstands fordere. Maaß wollte sich zu den Vorgängen und dem Mitgliederbrief auf SR-Anfrage nicht äußern. Es handele sich um gewerkschaftsinterne Angelegenheiten.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 06.01.2021.

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