Demo der Hambacher Smart-Mitarbeiter in Saargemünd (Foto: SR/Karin Mayer)

Streik am Smart-Werk in Hambach

mit Informationen von Karin Mayer und Lars Ohlinger/ Onlinefassung: Daniel Dresen   24.07.2020 | 11:55 Uhr

In Saargemünd haben Beschäftigte des Smart-Werks Hambach gemeinsam mit Gewerkschaftlern und Politikern am Freitag demonstriert. Autohersteller Daimler will das Smart-Werk aufgeben.

Rund 1500 Beschäftigte, Gewerkschaftsvertreter und Politiker haben am Freitagvormittag in Saargemünd demonstriert. Ihre Forderung: Die 1600 Arbeitsplätze im Smart-Werk und bei den Zulieferern müssen erhalten bleiben.

Zu wenige Informationen über Ineos

Demo der Hambacher Smartwerker
Audio [SR 3, Karin Mayer, 24.07.2020, Länge: 02:59 Min.]
Demo der Hambacher Smartwerker

Ein Vertreter der CGT sagte dem SR, Daimler habe mit dem Pakt 2020 langfristige Arbeitsplatzgarantien für den Standort gegeben. Ein möglicher Käufer müsse diesen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen übernehmen. Bisher gebe es zu wenige Informationen über den möglichen Käufer Ineos. Es sei unklar, ob das Unternehmen 1600 Jobs am Standort sicheren könne.

Der britische Chemiekonzern Ineos ist am Kauf des Werks interessiert. Das Unternehmen will ein Land-Rover-Modell nachbauen.

Céleste Lett von der Vereinigung der Bürgermeister in Moselle hat einen Brief an Präsident Emmanuel Macron gschrieben und hofft, dass der Verkauf zu möglichst guten Bedingungen über die Bühne geht. Nicole Trisse, Abgeordnete in der Nationalversammlung für den Wahlkreis Saargemünd betonte, die Bedeutung von Smartville für die Region sei enorm. Smart sei das Herzstück des Arbeitsmarktes und hochmodern.

An der Demonstration in Saargemünd haben auch IG Metall-Vertrauensleute von Daimler in Sindelfingen teilgenommen. Ihr Ziel ist, den Verkauf von Hambach zu verhindern.

Gespräche in Paris

Streik am Smart-Werk in Hambach
Audio [SR 3, Lars Ohlinger , 24.07.2020, Länge: 00:55 Min.]
Streik am Smart-Werk in Hambach

Am Mittwoch hatten Gewerkschaftsvertreter im französischen Wirtschaftsministerium in Paris über den Verkauf beraten. Smart-Eigentümer Daimler soll hierzu nun genauere Details vorlegen.

Frankreich hatte die Ansiedlung des Werks in Hambach massiv unterstützt. Das Wirtschaftsministerium lässt aktuell Alternativen zum Verkauf prüfen. Für kommende Woche ist in Hambach ein Besuch der Staatssekretärin für Wirtschaft und Finanzen geplant.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 24.07.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja