Ein Mann schiebt seinen Einkaufswagen  vor einem Real Supermarkt. (Foto: dpa/Oliver Berg)

Streik bei Supermarktkette Real

Axel Wagner   26.11.2018 | 17:02 Uhr

Die Beschäftigten der Real-Supermärkte in Deutschland haben am Montag gestreikt. Dazu aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi. Auch die fünf Standorte im Saarland waren betroffen.

Interview: "Die Allgemeinverbindlichkeit muss wieder her"
Audio [SR 3, Karin Mayer, 26.11.2018, Länge: 02:32 Min.]
Interview: "Die Allgemeinverbindlichkeit muss wieder her"

In Saarlouis, Bexbach, Homburg, Dudweiler und Saarbrücken wurde gestreikt. Nach Angaben der Geschäftsführung waren die Märkte geöffnet, allerdings konnte es an den Kassen zu längeren Wartezeiten kommen.

„Die Beschäftigten mussten in den letzten Jahren mit viel Unsicherheit leben“, sagte Monika Di Silvestre, bei der Gewerkschaft zuständig für den Handel im Saarland und in Rheinland-Pfalz. „Es ist an der Zeit, ein Stück Sicherheit zurückzubekommen und der Tarifflucht entgegenzuwirken.“ Von der Politik forderte Di Silvestre mehr Unterstützung. Die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge müsse wieder her.

Monatelanger Konflikt

Es ist nicht der erste Streik in der Auseinandersetzung: Bis Ende Mai hatte Real noch einen Tarifvertrag mit Verdi über den Handelsverband Deutschland (HDE). Dann verlagerte der Mutterkonzern Metro die Supermarktkette jedoch in den kleineren Arbeitgeberverband AHD und schloss Verträge mit der Konkurrenzgewerkschaft DHV, der Verdi eine zu große Nähe zu den Arbeitgebern vorwirft. Metro will bei Real „wettbewerbsfähige Personalkosten“ und schlechtere Konditionen durchsetzen, um die Kette verkaufen zu können. Das ARD-Magazin „Monitor“ hatte im September berichtet, dass Beschäftigte mit befristeten Verträgen nur dann neue Verträge bekommen, wenn sie für rund ein Drittel weniger Gehalt arbeiten.

Dabei will Verdi, nach eigenen Angaben die größte Gewerkschaft unter den Real-Beschäftigten, die eigene Tarifbindung durchsetzen. „Die Beschäftigten brauchen als Basis die Tarifbindung in unseren Verdi-Flächentarifen für den Einzelhandel“, so Di Silvestre. „Wir sind Tarifpartner.“

Protest in Düsseldorf

Am Stammsitz von Metro in Düsseldorf haben am Montag laut Verdi rund 2000 Beschäftigte demonstriert, darunter mehr als 30 aus dem Saarland. Verdi-Chef Frank Bsirske, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Werner Klockhaus und Stefanie Nutzenberger vom Verdi-Bundesvorstand informierten die Streikenden über das Verhalten des Konzerns. Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nahm an der Kundgebung teil.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3 Rundschau vom 23.11.2018 berichtet.

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