Anmeldung der Halberg Guss (Foto: SR)

Streik bei Halberg Guss geht weiter

  25.06.2018 | 13:25 Uhr

Im verhärteten Arbeitskampf beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) werden die Mitarbeiter am Standort Saarbrücken „bis auf weiteres“ weiterstreiken. Dies kündigte der Sprecher der IG Metall im Saarland, Patrick Selzer, am Montag an. Es werde gestreikt, bis „von Arbeitgeberseite Bewegung reinkommt“.

"Land & Leute" am 1. Juli
„Wir sind Halberg Guss – Wer seid ihr?“
Wie ein Streit zwischen Unternehmen zum unbefristeten Streik in der Autoindustrie führen kann, das war das Thema in „Land und Leute“ am 01. Juli. Ein Feature von Wirtschaftsredakteurin Karin Mayer. Im Anschluss auch als Podcast abrufbar.

„Wir sind gesprächsbereit“, sagte Selzer. Voraussetzung für Gespräche sei aber, dass das Unternehmen belastbare Daten und Fakten zu einem Konzept für die Zukunft vorlege. Vergangenen Mittwoch waren die Sozialtarifverhandlungen zwischen NHG und der IG Metall vorerst gescheitert. Die Schuld dafür hatten sich beide Seiten gegenseitig zugeschoben.

Bei dem Konflikt geht es um die geplante Schließung des NHG-Standorts Leipzig mit 700 Beschäftigten Ende 2019 sowie um den von der Geschäftsleitung erwogenen Abbau von 300 der insgesamt 1500 Arbeitsplätze in Saarbrücken. Die Gewerkschaft sei bereit, nach Lösungen zu suchen, wenn es ein belastbares Konzept gäbe und man nicht befürchten müsse, dass der Standort Saarbrücken noch vor dem in Leipzig „zugrunde“ gehe, sagte Selzer. Ein von der Arbeitgeberseite ins Gespräch gebrachter Schlichter macht laut Selzer derzeit keinen Sinn.

Auch in Leipzig streikendie Mitarbeiter

Auch am Standort in Leipzig sind die Mitarbeiter im unbefristeten Streik. Die Neue Halberg Guss gehört seit Januar zum Unternehmen Prevent. Die Prevent-Gruppe befindet sich seit mehr als zwei Jahren in einem Streit mit dem Hauptkunden VW um die Preise für die Lieferung von Motorblöcken. Die IG Metall fordert eine Qualifizierungsgesellschaft und einen Treuhandfonds, den die NHG finanzieren soll. Aus dem Fonds sollen Leistungen für Beschäftigte bezahlt werden, wenn Arbeitsplätze verloren gehen sollten.

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