Ein Geldautomat zeigt auf dem Display debn Hinweis "Dieser Geldautomat ist zur Zeit nicht in Betrieb" an.  (Foto: picture alliance / dpa | Kay Nietfeld)

Warnstreik bei Geldboten auch im Saarland

Axel Wagner   05.07.2022 | 16:11 Uhr

Bei der Bargeldversorgung kann es derzeit zu Engpässen kommen. Verdi hatte die Geldboten bundesweit zum Warnstreik aufgerufen, weil die Tarifverhandlungen in der Geld- und Wert-Branche stocken. Die saarländischen Banken sehen lokal jedoch keinen Anlass zur Sorge. Nur im Kreis Saarlouis deuten sich mögliche Probleme an.

Bundesweit kann es derzeit zu Problemen bei der Bargeldversorgung an Geldautomaten kommen. Grund sind stockende Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Erhöhung der Bruttoentgelte um bis zu elf Prozent. Weil aber die bisherigen Verhandlungen erfolglos blieben, hatte die Gewerkschaft zum Warnstreik bei den Geldboten aufgerufen.

Verdi sieht hohe Beteiligung in der Region

„Wir haben eine hohe Beteiligung“, sagte der Sprecher der Verdi-Landesfachgruppe Besondere Dienstleistungen für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Jürgen Jung, dem SR. Stückelungen sowohl an den Automaten als auch im Einzelhandel könnten knapp werden. „Es ist davon auszugehen, dass es an der einen oder anderen Stelle zu Problemen kommt.“

Bestreikt werden in der Region nach Verdi-Angaben derzeit Transport-Standorte in Neunkirchen, Saarlouis und Trier.

Keine Probleme bei Volksbanken

„Informationen über mögliche Warnstreiks in der Branche lagen unserem Haus frühzeitig vor, sodass wir etwaige Entwicklungen von Beginn an beobachten und bewerten konnten“, teilte die Vereinigte Volksbank (VVB) mit. Engpässe seien lokal noch nicht abzusehen. Für den Ernstfall bestünden aber interne Notfallpläne. Die VVB betreibt im Saarland 70 Geldautomaten.

Bei der Bank1Saar und der Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz, die gerade an einer Fusion arbeiten, sind nach eigener Auskunft ebenfalls noch keine Engpässe erkennbar. Beide betreiben zusammen 85 Automaten in der Region.

Verzögerungen im Kreis Saarlouis möglich

Die Kreissparkasse Saarlouis bestätigt auf SR-Anfrage mögliche Engpässe. „Nachdem es anfänglich so aussah, als ob die Region Saarlouis vom Warnstreik nicht betroffen sein würde, hat sich die Situation inzwischen geändert“, teilte ein Sprecher des Kreditinstituts dem SR mit.

Man könne „nicht ganz ausschließen, dass es teilweise zu Verzögerung bei der Belieferung einzelner Geldautomaten mit Bargeld kommen kann“. Aktuell sei die Lage aber noch entspannt.

Verweis auf Service-Schalter und Geschäfte

Die Sparkasse Saarbrücken will sich zum Warnstreik und seinen Auswirkungen auf SR-Anfrage nicht äußern, verweist auf den Sparkassenverband Saar. Auch dort will man die Tarifverhandlungen nicht kommentieren.

Man sei vorbereitet gewesen, an den 330 Sparkassen-Automaten im Saarland gebe es derzeit keine Probleme. Außerdem verweist der Verband wie auch die Volksbanken darauf, dass Kunden auch an den Serviceschaltern in den Filialen und an vielen Supermarkt-Kassen Geld abheben können.

Auch Jürgen Jung von Verdi rechnet aufgrund der kurzen Streikdauer nicht damit, dass die Probleme großflächiger ausfallen. Genaueres könne man allerdings nicht sagen. Er vermutet, dass stark frequentierte Geldautomaten, die sonst mit hohen Beträgen bestückt sind, schnell leer laufen. Der Streik soll noch bis Dienstagabend andauern. Ab Mittwoch soll weiter verhandelt werden.

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