Start der Corona-Antikörperstudie (Foto: SR)

Reichen die Hygiene-Maßnahmen in Schulen aus?

Steffani Balle   02.09.2020 | 16:54 Uhr

Bildungsministerin Streichert- Clivot (SPD) will noch in diesem Monat eine Studie anstoßen. Sie soll Klarheit darüber bringen soll, ob die vorgenommenen Hygiene-Vorkehrungen  zur Pandemie-Bekämpfung in Schulen ausreichen.

Unter Leitung der Uniklinik Homburg sollen insgesamt 1000 Personen an der Studie teilnehmen. Die Schulen können sich freiwillig melden. In einer ersten drei Monate langen Beobachtungsphase wird beispielsweise geschaut, ob sich die Bausubstanz auf die Gesundheit auswirkt. Also ob es einen Unterschied macht, wenn ein Gebäude alt und marode oder modern und großzügig ist.

Bildungsministerium zieht Bilanz zum Schulstart (02.09.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 02.09.2020, Länge: 02:03 Min.]
Bildungsministerium zieht Bilanz zum Schulstart (02.09.2020)

Zudem sollen Antikörper- und Corona-Tests durchgeführt werden. Außerdem soll diese Phase die Erkenntnis bringen wann, wo und wie sich infizierte Schüler oder Lehrer angesteckt haben.

Zweite Phase im Januar

"UKS-Studie zu Hygienemaßnahmen an Schulen geplant"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Renate Wanninger / Steffani Balle, 02.09.2020, Länge: 03:37 Min.]
"UKS-Studie zu Hygienemaßnahmen an Schulen geplant"

In einer zweiten Phase von Januar bis März sollen gezielt Veränderungen vorgenommen werden, um zu erkennen: Was bringt es beispielsweise, wenn Lüftungsfilter in Klassenräume installiert werden. Oder wenn Hygiene-Maßnahmen wie Abstand und Maske auch im Unterricht eingeführt werden?

Die Erkenntnisse aus der Studie sollen kurzfristig die Bewältigung der jetzigen Pandemie verbessern. Langfristig sollen sie aber auch ähnliche Geschehen in der Zukunft besser händelbar machen.

Schulstart gut angelaufen

Mit Blick auf den Schulstart betonte Bildungsministerin Streichert-Clivot (SPD) erneut, dass das Schuljahr trotz der positiven Corona-Fälle gut angelaufen sei. In keinem einzigen Fall sei ein Infektionsgeschehen ausgelöst worden. Das sei ein Zeichen, dass das Krisenmanagement gut funktioniere. Allerdings mussten in den vergangenen beiden Woche zahlreiche Schüler in Quarantäne.

Für die kalte Jahreszeit allerdings will sie zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen nicht ausschließen. In einer Arbeitsgruppe aus Ärzten, Schulträgern und Bau- Fachleuten will sie besprechen, welche baulichen Maßnahmen notwendig sind, um die Pandemie einzudämmen. Kurzfristig könne allerdings nicht jedes Klassenzimmer mit moderner Klimatechnik ausgestattet werden, dazu wäre einfach nicht genug Geld da.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 02.09.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja