leeres Klassenzimmer (Foto: picture alliance/Fabian Strauch/dpa)

Schule in Präsenzform solange es geht

  09.11.2020 | 21:32 Uhr

Saar-Bildungsministerin Streichert-Clivot hat noch einmal betont, trotz gestiegener Infektionszahlen an Schulen solange wie möglich am Präsenzunterricht festzuhalten. Die Erfahrungen aus dem Frühjahr mit kompletten Schul- oder Teilschließungen seien sehr negativ gewesen.

Video [aktueller bericht, 09.11.2020, Länge: 4:14 Min.]
Ministerin Streichert-Clivot (SPD) zu Corona-Regelungen an Schulen

Die Schulen solange offen lassen, wie es nur irgendwie vertretbar ist - das ist das Ziel der saarländischen Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). "Die Erfahrungen, die wir mit den Schulschließungen und den Teilschließungen gesammelt haben, sind sehr, sehr negativ", sagte Streichert-Clivot am Montagabend im aktuellen bericht. "Schüler, die einen hohen Unterstützungsbedarf haben, sind in dieser Situation nicht zurechtgekommen." Die Schere zwischen leistungsstarken und schwächeren Schülern sei weiter auseinander gegangen.

Zudem würde eine Teilschließung - also zum Beispiel der wochenweise Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling - die Eltern und Familien sehr unter Stress setzen. Die Maßnahmen im Frühjahr hätten dazu geführt, dass bei vielen Eltern Urlaubstage und Überstundenkontingente aufgebraucht seien. "Die Quarantäneanordnungen sind uns schon Beweis genug, zu wissen, dass das die Familien unter Druck setzt. Deswegen möchte ich, solange es geht, den Schulbetrieb in Präsenzform aufrecht erhalten", sagte Streichert-Clivot.

Video [aktueller bericht, 09.11.2020, Länge: 2:11 Min.]
Streitpunkte über Corona-Regelungen an Schulen

Diskussion über kürzere Quarantäne

In den vergangenen Wochen sind die Quarantäne-Anordnungen im Schulbereich stark gestiegen, mehrere Landräte befürchten einen "Lockdown durch die Hintertür" und haben die Diskussion über kürzere Quarantänezeiten eröffnet. Streichert-Clivot spielt diesen Ball zurück - denn zuständig in Quarantänefragen seien die Gesundheitsämter vor Ort. Ihnen obliege der Infektionsschutz. "Sie tragen mit ihrer Entscheidung für oder gegen eine Quarantäne-Anordnung auch die ganz konkrete rechtliche Verantwortung."

Allgemeingültige Regelung schwierig

Streichert-Clivot geht aber davon aus, dass es schwer werden dürfte, eine allgemeingültige Regelung zu finden, da die Situation an jeder Schule und jeder Kita unterschiedlich sei.

Auch im saarländischen Landtag sieht man die Notwendigkeit, mehr Einzelfallentscheidungen zu treffen, statt zu verallgemeinern. Dafür plädierten am Montag unter anderem die CDU- und AfD-Fraktion.

Schülervertreter für Homeschooling höherer Klassenstufen

Während sich die Landeselternvertretung an Gymnasien ebenfalls gegen Hybrid-Unterricht mit wochenweisem Wechsel ausspricht, schlägt die Landesschülervertretung ein anderes Konzept vor - orientiert an den Klassenstufen. Schüler der Klassen 9 bis 11 sollten komplett auf digitalen Unterricht von zuhause umsteigen, während in den jüngeren Klassenstufen ein Präsenzunterricht in kleineren Klassenverbänden stattfinden sollte. Die 12er-Klassen sollten nach den letzten Kursarbeiten ebenfalls auf Homeschooling umsteigen.

Über dieses Thema berichtete der aktuelle bericht am 09.11.2020.

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