Ein Kind hebt in einer Schulklasse den Zeigefinger. (Foto: picture alliance/Marijan Murat/dpa)

Absage an Nationalen Bildungsrat

  05.12.2019 | 19:16 Uhr

Der geplante Nationale Bildungsrat wird erstmal nicht kommen. Das hat die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot in einem SR-Interview mitgeteilt. Stattdessen habe sich die Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin darauf verständigt, einen wissenschaftlichen Beirat der KMK zu schaffen.

Interview mit Streichert-Clivot von der Kultusministerkonferenz
Audio [SR 2, Isabelle Tentrup, 05.12.2019, Länge: 06:46 Min.]
Interview mit Streichert-Clivot von der Kultusministerkonferenz

Er sollte aus Experten und Vertretern von Bund und Ländern bestehen, die Empfehlungen zu viel diskutierten Bildungsthemen wie der Vergleichbarkeit des Abiturs aussprechen – der Nationale Bildungsrat. Union und SPD hatten ihn im Koalitionsvertrag vereinbart. Nach dem angekündigten Ausstieg Bayerns und Baden-Württembergs aus dem geplanten Konstrukt steht nun fest: „Der Nationale Bildungsrat wird erstmal nicht kommen, aber die KMK nimmt ihre Aufgabe wahr und bleibt an dem Thema dran“, so die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot im SR-Interview.

Stattdessen habe die KMK beschlossen, einen wissenschaftlichen Beirat oder auch einen Bildungsrat der KMK zu schaffen. "Die Länder haben sich darauf verständigt, dass es ihnen wichtig ist, eine wissenschaftliche Expertise zu bestimmten Themen zu fassen und sich auch in einem Beratungsprozess von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern begleiten zu lassen. Diesen Arbeitsauftrag haben wir jetzt erteilt und erhoffen uns im Frühjahr ganz konkrete Beschlüsse, wie dieses Gremium ausgestattet sein soll", so die Bildungsministerin. Die Länder seien sich einig, dass es mehr Qualität, mehr Transparenz und auch Debatten über die Herausforderungen der Zukunft im Bildungswesen, beispielsweise bei der Bildungsgerechtigkeit, geben müsse.

Mit dem Beschluss gegen einen Nationalen Bildungsrat habe sich der Bund nun aus dieser Angelegenheit zurückgezogen. "Nichtsdestotrotz ist es den Bildungsministerinnen und Bildungsministern wichtig, in dieser Frage weiter voranzuschreiten. Und so haben wir zumindest nicht ausgeschlossen, dass wir bei relevanten Themen, die letzten Endes auch den Bund betreffen, angemessen zusammenarbeiten wollen“, so Streichert-Clivot.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Bilanz am Abend" vom 05.12.2019 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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