Schulunterricht an einer Schule in der Coronazeit. Schüler mit Mundschutz im Unterricht. (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig)

Saar-Schulen sollen nach Ostern komplett öffnen

mit Informationen von Carolin Dylla   09.03.2021 | 16:01 Uhr

Bildungsministerin Streichert-Clivot rechnet damit, dass nach den Osterferien wieder für alle Schülerinnen und Schüler im Saarland ein vollständiger Präsenzunterricht möglich sein wird. Voraussetzung dafür sei, dass die Pandemielage sich nicht verschlechtere.

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) strebt nach den Osterferien einen Regelbetrieb statt Wechselunterricht in den Schulen an. Das kündigte sie am Dienstag in der Landespressekonferenz an. Dafür müsse die Pandemielage entsprechend stabil bleiben oder sich positiv entwickeln.

Vollständiger Präsenzunterricht nach Ostern möglich
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 09.03.2021, Länge: 02:29 Min.]
Vollständiger Präsenzunterricht nach Ostern möglich

Dabei sei die Möglichkeit von Präsenzunterricht an den Schulen nicht generell an Inzidenzwerte gekoppelt, betonte Streichert-Clivot. Mit den Testungen von Personal und Schülern zweimal pro Woche habe man eine zusätzliche Sicherheitsstufe eingezogen. Mit Blick auf Zahlen aus Thüringen rechne man damit, dass sich 30 Prozent der Schüler an den Tests beteiligen. Auf die Nachfrage, ob dies ausreiche, um Testen zu einer Säule für die Rückkehr zu mehr Normalität zu erklären, antwortete die Ministerin ausweichend: Sie erwarte, dass man diese Marke im Saarland knacke.

300 zusätzliche Stellen im Bildungsbereich nötig

Der Schulunterricht und die Folgen der Pandemie
Audio [SR 3, Janek Böffel, 09.03.2021, Länge: 03:08 Min.]
Der Schulunterricht und die Folgen der Pandemie

Streichert-Clivot unterstrich außerdem noch einmal, dass die Schulen keine „Treiber der Pandemie“ seien – was inzwischen auch das RKI bestätige, so die Ministerin. Der aktuelle Erkenntnisstand lege zudem nahe, dass durch die Schnelltests an Schulen die Inzidenzen nicht unbedingt steigen. Dadurch würden nur Fälle entdeckt, die man im Rahmen der Kontaktnachverfolgung ein paar Tage später festgestellt hätte, so die Ministerin.

Gleichzeitig betonte Streichert-Clivot, dass individuelle Betreuungsangebote ausgebaut und multiprofessionelle Teams an den Schulen gestärkt werden müssten, um die fachlichen und emotionalen Auswirkungen der Pandemie auf Schülerinnen und Schüler abzufedern. Sie verhandle momentan mit dem Finanzminister über 300 zusätzliche Stellen im Bildungsbereich, die dafür nach Schätzungen des Bildungsministeriums nötig sind. Auch der Bund solle beim Abfedern der möglichen Langzeitfolgen Unterstützung leisten, fordert die SPD-Politikerin. 

Streichert-Clivot zum Koalitionsstreit

Recht lapidar fiel der Kommentar der Ministerin zum Koalitionsstreit in Sachen „Rückkehr zum Präsenzunterricht“ in der vergangenen Woche aus. Die CDU, so Streichert-Clivot, habe sie nicht informiert, dass sie anderer Meinung sei, was das Datum der Rückkehr in den Präsenzunterricht angeht.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 09.03.2021 berichtet.

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