Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. (Foto: dpa / picture alliance / Armin Weigel)

So soll der Wiedereinstieg in den Schulbetrieb gelingen

  16.04.2020 | 21:03 Uhr

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) begrüßt den Beschluss von Bund und Ländern für einen stufenweisen Wiedereinstieg in den Schulbetrieb in der Corona-Krise. Das Saarland sei für die Öffnung der Schulen ab dem 4. Mai gut vorbereitet. Der Saarländische Philologenverband äußert Zweifel.

Video [aktueller bericht, 16.04.2020, Länge: 2:59 Min.]
Reaktionen auf Schullösung

Den Auftakt machen ab dem 4. Mai die Abschlussklassen aller Schulformen unter "strengsten Auflagen" des Infektionsschutzes, so die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD).

Konkret soll ab dem 4. Mai in einem ersten Schritt unter anderem der Unterricht in den Klassenstufen 9 und 10 der Gemeinschaftsschulen wieder aufgenommen werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Vorbereitung der Prüfungsfächer für den Hauptschulabschluss und den Mittleren Bildungsabschuss.

Kleine Lerngruppen bei den Viertklässlern

An Gemeinschaftsschulen und Gymnasien soll zudem Abiturienten die Prüfungsvorbereitung auf das Abitur ermöglicht werden. In kleinen Lerngruppen sollen Viertklässler in Grundschulen wieder beschult werden. In den Beruflichen Schulen steht die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen im Vordergrund. Hierbei werden Schüler auf die Prüfungen am jeweiligen Standort vorbereitet.

26.000 Schüler zurück im Alltag

Wie der Schulbetrieb wieder ans Laufen kommen soll
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 16.04.2020, Länge: 03:16 Min.]
Wie der Schulbetrieb wieder ans Laufen kommen soll

Die durchschnittliche Unterrichtszeit soll circa 20 Stunden pro Woche betragen. Die Unterrichtsstunden würden sich auf die Kernfächer und Prüfungsfächer konzentrieren.

In einem zweiten Schritt wird laut saarländischem Bildungsministerium ab dem 11. Mai der Unterricht für Schüler des ersten Jahres der Hauptphase an Gymnasien (Klassenstufe 11) sowie an Gemeinschaftsschulen (Klassenstufe 12) erfolgen. Insgesamt könnten ab dem 11. Mai wieder bis zu 26.000 Schüler im Saarland unterrichtet werden.

Die Notbetreuung in Kitas und Schulen bleibt laut Ministerium bestehen und soll bei Bedarf ausgebaut werden. Aufgrund der Lockerungen in der Wirtschaft rechnet das Ministerium mit einer erhöhten Nachfrage.

Bildungsministerium erarbeitet Hygieneplan

Das saarländische Bildungsministerium bereite sich derweil mit einem Hygieneplan auf die Wiederaufnahme des Unterrichts in zwei Wochen vor. Das erklärte Ministerin Streichert-Clivot in der Sendung "Saarthema extra" am Donnerstagabend. Dazu gebe es eine enge Abstimmung mit den Schulträgern, den Landkreisen und dem Saarländischen Städte- und Gemeindetag, Virologen und dem Gesundheitsministerium. Die Abstandsregeln könnten nur in verkleinerten Lerngruppen gewährleistet werden, so die Ministerin.

Das Tragen einer Atemschutzmaske beispielsweise während einer mehrstündigen Prüfung sei keine Pflicht. Beim kurzen Weg auf die Toilette empfiehlt sie jedoch eine Maske.

Philologenverband ist skeptisch

Als eine "enorme organisatorische und pädagogische Herausforderung" bezeichnet der Saarländische Philologenverband (SPhV) den Plan der Landesregierung. "Nach gegenwärtigem Stand der Überlegungen kommt auf die Schulen ein Vierfach-Betrieb zu, nämlich Regelunterricht für bestimmte Klassen, Ersatzunterricht für andere, Ersatzangebote für Schüler aus Risikogruppen und zusätzlich Notbetreuung", zählt Marcus Hahn, der Vorsitzende des SPhV, auf.

Ob Abiturprüfungen bei einer solchen Vielfachbelastung überhaupt zu realisieren seien, stehe noch in den Sternen, so Hahn. Die Forderung der Bildungsministerin "Niemand darf Nachteile erfahren" sei nicht haltbar.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 16.04.2020 berichtet.

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