Teerarbeiten am Straßenbelag (Foto: Imago Images/Nikita)

Stadt erstattet Anzeige wegen eigenmächtigem Straßenbau

Thomas Gerber   04.01.2021 | 10:07 Uhr

Die Homburger Stadtverwaltung hat im Zusammenhang mit dem Bau der Erschließungsstraße für das Industriegebiet "An der Remise" Strafanzeige erstattet. Sie richtet sich nach SR-Informationen gegen "Verantwortliche" des städtischen Bauamts.

Die Erschließungsstraße "An der Remise" wurde 2017 offenbar eigenmächtig auf Veranlassung des Bauamts um 80 Meter verlängert. Die Kosten stiegen von einer auf 1,5 Millionen Euro. Der zuständige Stadtratsausschuss blieb außen vor.

Auftrag gestückelt vergeben

Dem von Bürgermeister Michael Forster (CDU) im Bauamt eingesetzten Controller war der Vorgang aufgefallen - ein Vorgang mit reichlich "Geschmäckle". Aus Stadtratskreisen ist zu erfahren, dass die Rechnungen offenbar gestückelt wurden, möglicherweise um Wertgrenzen nicht zu überschreiten. Der Auftrag für die 80 zusätzlichen Meter Straße war nicht ausgeschrieben, sondern an die Firma vergeben worden, die den ersten Abschnitt gebaut hatte.

Zudem bestanden verwandtschaftliche Bande. Der Sohn des damals zuständigen Amtsleiters war beim beauftragten Unternehmen zuständig für die Remise. Zwar soll der städtische Bedienstete in Absprache mit Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) selbst keine Rechnungen abgezeichnet haben. Trotzdem waren die Wege kurz - ob zu kurz, klärt nun die Staatsanwaltschaft.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 04.01.2021.

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