Kabelbündel aus Glasfaserkabeln (Foto: picture alliance/dpa | Jan Woitas)

Vorerst kein Glasfaserausbau in St. Ingbert

  18.07.2022 | 19:32 Uhr

Das Unternehmen Deutsche Glasfaser wird vorerst nicht für schnelle Internetverbindungen in St. Ingbert sorgen. Wie das Unternehmen mitteilte, haben zu wenige Bürger Interesse gezeigt, um privatwirtschaftlich den Ausbau umzusetzen. In Homburg hingegen wird nächstes Jahr ausgebaut.

Das Unternehmen Deutsche Glasfaser, das im Saarland zusammen mit der Telekom für den Ausbau der Glasfasernetzes zuständig ist, hat in den vergangenen Wochen in St. Ingbert und den Ortsteilen eine sogenannte "Nachfragebündelung" durchgeführt.

Dabei wird erfasst, wie hoch die Nachfrage der Bürgerinnen und Bürger für den Anschluss ans Glasfasernetz ist und ob sich der Ausbau in dem Gebiet rechnet. Damit ein Gebiet angeschlossen wird, müssen sich mindestens 40 Prozent der Haushalte innerhalb dieser Phase für einen Glasfaseranschluss entscheiden und einen Vertrag unterschreiben.

Zu wenig Interesse bei St. Ingberter Bürgern

In St. Ingbert und seinen Ortsteilen gab es nach Angaben des Unternehmens zu wenig Interesse. Da die Wirtschaftlichkeit aufgrund der zu geringen Nachfrage nicht mehr zu gewährleisten sei, werde das Projekt eingestellt und der Netzanbieter Deutsche Glasfaser zieht sich nach eigenen Angaben als Investor aus Sankt Ingbert zurück.

Projektleiter Björn Symanzik teilte mit: "Wir bedauern dies auch deswegen, weil wir in der Gemeinde Bürgerinnen und Bürger zurücklassen, die sich während der ersten Wochen der Nachfragebündelung für den Glasfaserausbau eingesetzt haben."

Die bisher eingegangenen Kundenaufträge seien damit hinfällig und werden nicht von Deutsche Glasfaser angenommen. Den Kunden entstünden keine Verpflichtungen.

Ob man zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Anlauf in St. Ingbert starten werde, wolle man nicht ausschließen, so Symanzik.

Homburg bekommt Glasfaser nächstes Jahr

In Homburg hingegen werden rund 9500 Haushalte mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet. Wie die Stadt ankündigte, will die Deutsche Telekom im kommenden Jahr mit den Arbeiten beginnen. Die Telekom betonte, der Anschluss sei für Hauseigentümer kostenfrei. Sie müssten aber das Einverständnis geben, den Anschluss zu legen.

Verbaucherzentralen raten Glasfaserausbau mitzumachen

Verbraucherzentralen raten in der Regel dazu, das Angebot eines Glasfaseranschlusses möglichst gleich beim Erstausbau anzunehmen. Denn jetzt sei der Anschluss in der Regel noch kostenlos. Bei späteren Ausbauten können zusätzliche Kosten anfallen.

Allerdings sollte man nicht gleich den teuersten Vertrag abschließen, so die Verbraucherzentrale. Für den Anfang reiche es aus, mit einem „kleinen“ Vertrag zu beginnen. Diese sind oft nur minimal teurer als bisherige VDSL- oder Kabelanschlüsse.

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