Ein Kinderarzt impft ein 7-jähriges Mädchen gegen das Covid19-Virus (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas)

Corona-Impfung für jüngere Kinder mit Vorerkrankung

  09.12.2021 | 18:52 Uhr

Die Ständige Impfkommission will die Corona-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten empfehlen. Im Saarland beginnt die Terminvergabe laut Gesundheitsministerium bereits am Freitagmorgen um 10.00 Uhr online oder per Mail.

Kindern von fünf bis elf Jahren mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten will die Ständige Impfkommission (Stiko) die Corona-Impfung empfehlen. Wie das Expertengremium am Donnerstag zu einem Beschlussentwurf mitteilte, sollen aber auch gesunde Kinder auf Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung geimpft werden können.

Stiko will Corona-Impfung für Kinder empfehlen
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 09.12.2021, Länge: 05:00 Min.]
Stiko will Corona-Impfung für Kinder empfehlen

Möglichkeit zur Einzelfallentscheidung

Der Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte im Saarland, Benedikt Brixius, spricht von einer wichtigen Grundempfehlung. Kindern mit schweren Vorerkrankungen werde die Corona-Schutzimpfung empfohlen. Mögliche Vorerkrankungen seien zum Beispiel Herzfehler, chronische Nierenerkrankungen, Trisomie 21, Lungen oder Immunschwächeerkrankungen.

Gleichzeitig bekämen aber auch Eltern von gesunden Kindern die Möglichkeit zur individuellen Entscheidung über eine Corona-Schutzimpfung. Wichtig sei hier aber eine klare Aufklärung.

Eltern müssten darüber aufgeklärt werden, dass das Risiko, schwer zu erkranken, nicht sehr hoch sei. Zudem gebe es überhaupt keine vergleichbaren Daten zu der Verträglichkeit der Impfung. Insofern sei es eine individuelle Entscheidung der Eltern, so Brixius.

Terminvergabe ab Freitag geplant

Im Saarland soll die Terminvergabe für die Kinderimpfungen schon am Freitag beginnen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums können die Termine für die Impfzentren ab 10.00 Uhr online oder telefonisch (0681/ 501-4422 oder 0800/9991599) gebucht werden. Die ersten Impfungen sollen dann am kommenden Donnerstag durchgeführt werden.

Daneben will das Ministerium am Freitag mit den saarländischen Kinderärzten, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärtzekammer das Gespräch suchen, um das weitere Vorgehen bei den Kinderimpfungen zu besprechen.

Impfung auf individuellen Wunsch

Neben den Kindern mit Vorerkrankungen oder Kontakt zu Risikopatienten sollen auch gesunde Kinder „bei individuellem Wunsch geimpft werden können“, so die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann. „Die Empfehlung des Expertengremiums schaffe nun die notwendige wissenschaftliche Unterstützung.“

In den Impfzentren seien extra Kinderkabinen eingerichtet worden. Geimpft werde in allen drei Impfzentren. Sobald das Impfzentrum in Saarbrücken geöffnet sei, soll eine Impfung auch dort möglich sein.

Keine finale Stiko-Empfehlung

Bei der Empfehlung handelt es sich noch nicht um eine finale Stiko-Empfehlung, ein Abstimmungsverfahren mit Fachgesellschaften und Ländern läuft nun. Änderungen seien noch möglich.

„Zwar ist die 7-Tagesinzidenz in der Altersgruppe sehr hoch, so dass man davon ausgehen kann, dass ohne Impfung ein Großteil der Fünf- bis Elfjährigen mittelfristig infiziert werden wird, allerdings verlaufen die meisten Infektionen asymptomatisch“, teilte die Stiko mit.

"Keine generelle Impfempfehlung"

Kinder ohne Vorerkrankungen in dieser Altersgruppe hätten derzeit ein geringes Risiko für schweres Covid-19, eine Krankenhauseinweisung und Intensivbehandlung, so die Stiko.

Hinzu komme, dass das Risiko seltener Nebenwirkungen der Impfung auf Grund der eingeschränkten Datenlage für diese Altersgruppe derzeit nicht eingeschätzt werden könne. Daher spreche die Stiko für Kinder ohne Vorerkrankungen in dem Alter „derzeit keine generelle Impfempfehlung aus“.

Auslieferung des Kinder-Impfstoffs vorgezogen

Für Fünf- bis Elfjährige wird ein niedriger dosiertes und anders abgefülltes Präparat im Vergleich zum herkömmlichen Biontech/Pfizer-Impfstoff verwendet. Von dem mRNA-Vakzin sollen laut Stiko zwei Dosen im Abstand von drei bis sechs Wochen gegeben werden.

Die Auslieferung dieses speziellen Kinder-Impfstoffs war kürzlich um eine Woche auf den 13. Dezember vorgezogen worden. Grünes Licht für die Zulassung in Europa hatte es Ende November gegeben.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 9. Dezember 2021 berichtet.

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