Ampullen mit dem Covid 19 Impfstoff von AstraZeneca (Foto: picture alliance/dpa/Sputnik | Gustavo Valiente)

AstraZeneca nur noch in Einzelfällen für Jüngere

  30.03.2021 | 20:23 Uhr

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca soll in Deutschland nur noch in Einzelfällen für Menschen unter 60 Jahren eingesetzt werden. Hintergrund sind neue Informationen über seltene, aber schwere Nebenwirkungen vor allem bei jüngeren Frauen.

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern ab Mittwoch in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Unter 60-Jährige aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2 sollen sich "nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung" weiterhin damit impfen lassen können, wie aus dem Beschluss von Dienstagabend hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Stiko ändert Altersempfehlung

Zuvor hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) eine entsprechende Altersbeschränkung für AstraZeneca empfohlen. Grundlage seien derzeit verfügbare Daten zum Auftreten "seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen". Diese seien vier bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Personen im Alter unter 60 Jahren aufgetreten, teilte das beim Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Gremium mit.

Dabei geht es um Auffälligkeiten mit Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, die vor allem bei jüngeren Frauen gemeldet wurden. Laut Statistik des Paul-Ehrlich-Instituts wurden bislang nach Erstimpfungen 31 Fälle einer Sinusvenenthrombose gemeldet, neun davon gingen tödlich aus. In der weit überwiegenden Zahl waren Frauen betroffen, in zwei Fällen Männer.

Länder sollen AstraZeneca für 60- bis 69-Jährige freigeben können

Laut dem Beschluss der Gesundheitsminister soll es den Ländern nun frei stehen, auch jetzt schon die 60- bis 69-Jährigen für das Mittel von AstraZeneca mit in ihre Impfkampagnen einzubeziehen. Derzeit laufen generell Impfungen in den ersten beiden Prioritätsgruppen, zu denen - bezogen auf das Lebensalter - Menschen ab 70 Jahre gehören.

Zeitweiliger Impfstopp Mitte März

Bereits vor zwei Wochen waren die Impfungen mit AstraZeneca in Deutschland für mehrere Tage ausgesetzt. Nachdem sich die Europäische Arzneimittelagentur EMA für eine Fortsetzung der Impfungen ausgesprochen hatte, wurde der Impfstopp aufgehoben. Im Saarland wird AstraZeneca wieder seit Anfang vergangener Woche verimpft.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 30.03.2021.

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