Ein Luftreiniger ist zu sehen, während im Hintergrund ein Mann durch den Raum läuft. (Foto: picture alliance / dpa-tmn | Franziska Gabbert)

Luftreiniger ersetzen nicht das Lüften

  13.01.2021 | 09:27 Uhr

Luftreiniger können Aerosole, die das Coronavirus verbreiten, aus kleinen Räumen filtern. Die Geräte ersetzen jedoch nicht Maßnahmen wie Lüften oder Masketragen. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest, die drei Luftreiniger geprüft hat.

Beim Atmen können ausgestoßene Aerosole Covid-19 verbreiten. Ob Luftreiniger diese winzigen schwebenden Partikel aus der Luft filtern können, hat die Stiftung Warentest bei drei Geräten überprüft. Unter die Lupe genommen wurden der Philips AC2889/10, der Rowenta Intense Pure Air Connect PU6080 (Preis: je Gerät rund 350 Euro) und der Soehnle Airfresh Clean Connect 500 (250 Euro).

Das Fazit der Stiftung Warentest: "Luftreiniger sind eine Ergänzung, eine Maßnahme von mehreren. Je mehr wirksame Maßnahmen Verbraucher ergreifen, desto mehr sinkt das Risiko einer Ansteckung." Ein Luftfilter greife nur dämpfend ein. Selbst wenn Luftreiniger aufgestellt werden, müsse weiterhin gelüftet werden. Auch das Tragen einer Mund-Nasen-Maske sei weiterhin hilfreich.

Restrisiko bleibt bestehen

Bei dem Test wurden die etwa einen halben Meter hohen Luftreiniger mit einem neuen Filter auf Maximalstufe betrieben. Die winzigen Partikel in Virusgröße blieben in den Fasern der Filter hängen. Umgerechnet auf einen 16 Quadratmeter großen Raum, dessen Größe ungefähr der Hälfte eines durchschnittlichen Wohnzimmers entspricht, sind nach 20 Minuten die meisten gefährlichen Aerosolpartikel weg: Bei Philips und Rowenta je 95 Prozent, beim Soehnle 90 Prozent.

Ein guter Luftreiniger könne laut Stiftung Warentest auf Maximalstufe eine einmalige Belastung gut wegfiltern: Beispielsweise, wenn eine potenziell infizierte Person in einen Büroraum kommt und ihn wieder verlässt. Weitere Einsatzorte könnten gemeinschaftlich genutzte kleine Räume wie Toiletten in Büros oder Badezimmer in Wohngemeinschaften sein. Ein Restrisiko bleibe jedoch, betont die Stiftung Warentest.

Grundsätzlich sollten Luftreiniger möglichst mittig im Raum stehen. Wer Viren und Aerosolpartikel aus der Raumluft filtern will, sollte zudem die Luftreiniger auf der Maximalstufe und nicht der Automatikstufe laufen lassen, was allerdings zu einem vernehmbaren Grundrauschen führt.

Zu klein für eine Schulklasse

Das Risiko einer Ansteckung steige vor allem mit der Zahl der Infizierten, die in einem Raum zusammensitzen, und mit der Zeit. Partout ungeeignet für größere Räume wie Schulklassen seien die getesteten Luftreiniger allerdings nicht: Sie könnten das Risiko zumindest mindern. Nur einer der getesteten Luftreiniger wäre jedoch in einem beispielsweise 50 Quadratmeter großen Klassenzimmer mit knapp 30 Schülern überfordert.

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