Ein Pfleger schiebt eine Frau im Rollstuhl (Foto: picture alliance/dpa | Tom Weller)

Stichtag für Impfpflicht in der Pflege

Steffani Balle / Onlinefassung: Kai Forst   15.03.2022 | 16:53 Uhr

In Deutschland ist am Dienstag der Stichtag für die einrichtungsbezogene Corona-Impfpflicht gewesen. Wer im Pflegebereich arbeitet, muss ab sofort geimpft oder genesen sein und dem Arbeitgeber entsprechende Nachweise vorlegen. Falls nicht, drohen Konsequenzen.

Ab dem 16. März greift die bundesweite Impfpflicht im Pflegebereich. Im Saarland hatte man sich zuvor auf ein mehrstufiges Verfahren geeinigt. Arbeitgeber in Krankenhäusern, Heimen, von mobilen Pflegeteams, aber beispielsweise auch von Integrationshelfern müssen dem zuständigen Gesundheitsamt jene Beschäftigten melden, die noch kein Zeugnis über Impfung oder Genesung vorgelegt haben.

Video [aktueller bericht, 15.03.2022, Länge: 3:22 Min.]
Wie Gesundheitseinrichtungen mit der Impfpflicht umgehen

Konsequenzen ab morgen

Stichtag für die Impfung war Dienstag, der 15. März. Arbeitnehmer, die keinen Nachweis vorlegen können, müssen ab morgen mit Konsequenzen rechnen. Nach Zahlen des zuständigen Sozialministeriums im Saarland sind das einrichtungsabhängig zwischen zwei und sieben Prozent der Beschäftigten. Vorgesehen ist, dass die Ämter den Betroffenen ohne Impf-Nachweis eine Aufforderung zuschicken, diesen innerhalb der nächsten zwei Wochen vorzulegen. Anschließend soll es eine weitere Aufforderung mit Zwei-Wochen-Frist geben.

Impfpflicht in der Medizin - Stimmen aus dem Saarland
Audio [SR 3, Steffani Balle, 15.03.2022, Länge: 03:08 Min.]
Impfpflicht in der Medizin - Stimmen aus dem Saarland

Betretungsverbot ab April?

Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitskammer im Saarland rechnen mit ernsthaften Konsequenzen wie einem Betretungsverbot der Einrichtung frühestens Mitte April oder Anfang Mai. Weil sich besonders in den Pflegeberufen etliche Beschäftigte unnötig unter Druck gesetzt fühlten, fürchtet Verdi-Gewerkschafts-Sekretärin Lisa Summkeller einen zusätzlichen Flucht-Effekt aus dem Pflegeberuf.

Kommentar

Kommentar zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht
"Als wäre das Klatschen von Balkonen zu Ohrfeigen mutiert"
Arbeitgeber im Gesundheitssektor müssen ab 16. März dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt die Beschäftigten melden, die noch keinen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorgelegt haben. Die Konsequenzen aus dieser berufsbezogenen Impfpflicht werden zu spüren sein – bei uns allen. Ein Kommentar von SR-Gesundheitsexpertin Steffani Balle.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja