Stephan Toscani, CDU (Foto: imago/Becker&Bredel)

Porträt: Der Mann für die gedämpften Töne

Kasia Hummel   19.02.2018 | 21:28 Uhr

Er gilt als sachlich, seine Politik als nüchtern. Stephan Toscani ist in der Saar-CDU bestens vernetzt: Von 2003 bis 2009 knüpfte er als Generalsekretär der Partei Kontakte. Jetzt soll der 50-Jährige das Amt des Landtagspräsidenten übernehmen.

Der berufliche Werdegang Stephan Toscanis begann 1996 in Bonn. Hier arbeitete der Jurist bis 1999 im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Im September 1999 gewann der gebürtige Saarländer, der sich 1983 der CDU angeschlossen hatte, bei der Landtagswahl ein Abgeordnetenmandat und wechselte damit in die Politik an der Saar.

Seinen ersten Ministerposten bekam Toscani nach der Landtagswahl im August 2009. Nachdem im November die bundesweit erste Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen gegründet worden war, holte der damalige Ministerpräsident Peter Müller Toscani an die Spitze des Innenministeriums.

Spekulationen um Toscani gab es im Januar 2011, als Müller ankündigte, sich aus der Politik zurückziehen zu wollen. Toscani wurde von Medien zwar als möglicher Nachfolger gehandelt. Es kam aber anders: Im August des gleichen Jahres wurde Annegret Kramp-Karrenbauer Ministerpräsidentin. Unter ihr kam es zu einer Kabinettsumbildung und Toscani blieb als Minister.

Nachdem die Jamaika-Koalition 2012 geplatzt war, kam es im März 2012 zu vorgezogenen Neuwahlen. In der Großen Koalition aus CDU und SPD übernahm Toscani unter Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer das neu zugeschnittene Ministerium für Finanzen und Europa. Seitdem kämpft der CDU-Politiker konsequent für den Schuldenabbau. Nach der Landtagswahl im März 2017 einigte sich die Landesregierung erneut auf Toscani als Minister für Finanzen und Europa. Zudem übernahm der zweifache Familienvater zusätzlich das Ministerium der Justiz.

Toscani, der mit einer Französin verheiratet ist, geht, wie es heißt, in seiner Freizeit gerne ins Kino und joggen. Außerdem spielt der Hobbymusiker seit seiner Jugendzeit Kontrabass.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 16.02.2018 berichtet.

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