Drahtstraße, Saarstahl AG (Foto: Saarstahl AG/Pressefoto)

Stahl-Holding-Saar will 1500 Stellen abbauen

  27.09.2019 | 21:42 Uhr

Die Stahl-Holding-Saar (SHS) will in den kommenden drei Jahren 1500 Stellen abbauen sowie 1000 Stellen auslagern. Das teilte der Vorstand auf einer Pressekonferenz mit. Zuvor wurden die Mitarbeiter intern darüber informiert.

Demnach ist geplant, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Unter anderem sollen Zeitarbeitsverträge nicht verlängert werden. Ziel ist es laut Unternehmen Kosten in Höhe von 250 Millionen Euro pro Jahr einzusparen. Zur SHS Holding gehören unter anderem Saarstahl, Saar Stahlbau, die Dillinger Hütte, ZKS/Rogesa und die Metallurgische Gesellschaft Saar (MGS).

Als Hauptgrund nannte das Unternehmen die Krise in der Stahlindustrie. Hinzu kämen Umbrüche in Kernbereichen wie der Automobilindustrie. Seit Anfang September sind die Mitarbeiter von Saarstahl in Kurzarbeit.

Die SHS teilte mit, dass sie von der Politik "einen fairen Wettbewerbsrahmen und die kurzfristige Zurverfügungstellung ausreichender Mittel" erwarte, um den Umstellungsprozess aus CO2-freien Technologien umsetzen zu können. Man wolle, dass im Saarland die modernste Stahlindustrie entsteht.

Hans und Rehlinger fordern Bundeshilfen

Kollegengespräch: "Vorstandschef Tim Hartmann will ganze Bereiche auslagern"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Dorothee Scharner/Karin Mayer, 27.09.2019, Länge: 03:41 Min.]
Kollegengespräch: "Vorstandschef Tim Hartmann will ganze Bereiche auslagern"

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) schlossen sich dieser Forderung an. Sie haben die Bundesregierung dazu aufgefordert, der heimischen Stahlindustrie unter die Arme zu greifen. "Wir fordern ein SOS-Paket für die deutsche Hochleistungsstahl-Produktion mit Hilfen zum Umbau auf CO2-neutrale Produktion", teilte Hans schriftlich mit. Rehlinger sagte, es brauche "ein milliardenschweres Programm für den sozial-ökologischen Umbau der Industrie". Auch die Arbeitskammer wünscht sich nach eigenen Angaben jetzt "massive finanzielle Unterstützung" seitens des Bundes.

Linken-Fraktionschef Lafontaine verlangte erneut einen regionalen Beteiligungsfonds, mit dem kleinere und mittlere Betriebe im Krisenfall abgesichert würden.

Video [aktueller bericht, 27.09.2019, Länge: 2:45 Min.]
Stellenabbau bei Saarstahl und Dillinger Hütte

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