Ein Kunde schiebt einen bis zum Rand gefüllten Einkaufswagen über den Parkplatz eines Supermarktes. (Foto: picture alliance/dpa | Matthias Balk)

Weiterer Preissprung bei Lebensmitteln erwartet

  01.04.2022 | 15:01 Uhr

Aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs rechnet der Handel mit einer weiteren Preiserhöhung bei Lebensmitteln. Erste Handelsketten kündigten Preissteigerungen an. Insgesamt sind viele Lebensmittel seit Jahresbeginn bereits teurer geworden.

Nach Preiserhöhungen aufgrund der gestiegenen Energiepreise rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) damit, dass die Preise für Lebensmittel nun erneut deutlich ansteigen werden. Der Präsident des HDE, Josef Sanktjohanser, sprach gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung von zweistelligen Preissteigerungen.

Steigende Preise durch Ukraine-Krieg

Erste Handelsketten hatten bereits Preiserhöhungen angekündigt. Aldi Süd will etwa laut der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung bereits ab Montag die Preise anheben. Grund dafür sind offenbar gestiegene Kosten für Futter- und Düngemittel sowie für Energie.

Auch die Handelskette Rewe bestätigte auf SR-Anfrage, dass es bei einzelnen Warengruppen und Artikeln zu Preissteigerungen kommen wird. Das Unternehmen begründet das mit steigenden Kosten bei Rohstoffen, Energie und Logistik sowie Preiserhöhungen der Lebensmittelindustrie und von Lieferanten.

"Wir werden allerdings strikt darauf achten, dass nur dort Preisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden, wo es tatsächlich einen hohen Kostendruck gibt. Erhöhte Preisforderungen von Herstellern und Lieferanten, die nicht durch gestiegene Kosten begründet sind, werden wir auch weiterhin nicht akzeptieren", teilte das Unternehmen mit.

Auch Edeka Südwest verweist auf eine SR-Anfrage darauf, dass sich "aufgrund der aktuellen Situation auf den Weltmärkten" steigende Verkaufspreise nicht immer vermeiden ließen. Man lege jedoch höchsten Wert auf ein bestmögliches Preis-Leistungsverhältnis.

Unter anderem aufgrund der dynamischen Marktentwicklung könne man derzeit keine pauschalen Auskünfte zu Preisentwicklungen konkreter Artikel geben.

Preissteigerungen seit Jahresbeginn

Verschiedene Lebensmittel sind allerdings auch bereits jetzt teurer als zuvor. Der Präsident der Landwirtschaftskammer, Franz-Josef Eberl kündigte vor zwei Wochen zudem deutliche Preissteigerungen bei Fleisch, Milch und Eiern an.

Insbesondere bei diesen Produkten gab es seit Jahresanfang laut Daten des Statistischen Landesamtes bereits deutliche Preissprünge. Bei Rind- und Kalbfleisch erhöhte sich der Preis im Februar etwa um 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, bei Eiern um 16,4 Prozent und bei Butter sogar um 22,7 Prozent.

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