Kraftwerk Fenne (Foto: SR)

Steag beantragt vorläufige Stilllegung von Modellkraftwerk Fenne

Karin Mayer / Onlinefassung: Thomas Braun   13.04.2021 | 14:56 Uhr

Der Steag-Konzern setzt den Weg in den Kohleausstieg fort. Nach den Kraftwerken Weiher und Fenne könnte nun auch das Modellkraftwerk Fenne vorläufig stillgelegt werden.

Das Energieunternehmen Steag hat die vorläufige Stilllegung eines Kraftwerkblocks in Fenne beantragt. Weil immer mehr Erneuerbare Energien genutzt werden, werde der Kohleblock immer seltener eingesetzt. Seit vier Jahren stehe das Modellkraftwerk über Sommer still, so das Unternehmen. Der Antrag auf vorläufige Stilllegung wurde bei der Bundesnetzagentur gestellt. Entscheiden muss darüber der Übertragungsnetzbetreiber Amprion.

Unabhängig von dem aktuellen Antrag kann die Steag das Kraftwerk weiterhin im Rahmen des Ausstiegs aus der Kohleverstromung zu sogenannten Stilllegungsauktionen anmelden. 

Fernwärmeversorgung gesichert

Ein Unternehmenssprecher betonte, dass die Fernwärmeversorgung im Saarland weiter gesichert sei. Zum einen würden am Standort Fenne noch andere Kraftwerke betrieben, zudem investiere Steag derzeit in alternative Anlagen zur Wärmeerzeugung, etwa in die Abfallverwertungsanlage Velsen. Bei einer vorläufigen Stilllegung muss das Kraftwerk jederzeit einsatzbereit sein, um mögliche Netzschwankungen auszugleichen.

Nach Angaben des stellvertretenden Konzernbetriebsratsvorsitzenden Andreas Detemple wird es in Anbetracht des hohen Durchschnittalters der Belegschaft zunehmend schwerer, das Personal an den saarländischen Kraftwerksstandorten dafür bereit zu halten. Rentenabgänge von Kraftwerksmitarbeitern seien schwer zu ersetzen. Der Betriebsrat habe im Fall einer endgültigen Stilllegung zudem mit einem Konzern-Sozialplan für die jüngeren Beschäftigten vorgesorgt.

Standort bleibt weiter wichtig

Der Standort Völklingen-Fenne bleibt für die Steag weiterhin wichtig. Das Unternehmen will künftig Wasserstoff erzeugen und einen Elektrolyseur in Fenne bauen. Wasserstoff soll sowohl in der Stahlindustrie als auch im Straßenverkehr einsetzt werden und den CO2-Ausstoss reduzieren.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 13.04.2021.

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