Das Steag-Kohlekraftwerk Weiher in Quierschied. (Foto: Alexander M. Groß/SR)

Steag streicht Stellen

Karin Mayer   01.10.2020 | 12:38 Uhr

Bis Ende 2027 werden die Steinkohle-Kraftwerke in Deutschland abgeschaltet.So will es das Kohleausstiegsgesetz. Darauf reagiert der Energiekonzern Stea und will künftig stärker auf Erneuerbare Energie setzen. Das bedeutet aber auch: Steag baut 1000 Stellen in Kraftwerken und in der Verwaltung ab.

Steag vollzieht damit eine Kehrtwende. Bisher hatte  der Energiekonzern darauf gehofft, dass die Kohlekraftwerke nach dem Ende des Atomausstiegs 2022 wieder gebraucht werden. Diese Option gibt es jetzt nicht mehr.

Dafür aber deutlich bessere Bedingungen für die Stilllegung von Kraftwerken. Für Beschäftigte wird ähnlich wie im Bergbau Anpassungsgeld bezahlt. Für stillgelegte Kraftwerksleistung gibt es zudem eine Vergütung vom Staat. Welche Standorte als erstes stillgelegt werden, das wird in Auktionen ermittelt. Die Steag hat sich bereits im September daran beteiligt, allerdings mit Standorten an der Ruhr.

Bexbach und Weiher bis 2022 systemrelevant

Die saarländischen Kraftwerke Bexbach und Weiher sind noch bis 2022 systemrelevant und dienen der Netzreserve. Auch das Kraftwerk Fenne kam für die erste Stilllegungsauktion nicht in Frage: Kraftwerke südlich des Main waren bei der Auktion nicht zugelassen.

Der stellvertretende Konzernbetriebsratsvorsitzende Andreas Detemple erwartet, dass mit dem Atomausstieg der Bedarf an Netzreserve steige. Es sei möglich, dass die Standorte Weiher und Fenne bis 2024 systemrelevant bleiben und weiterhin vom Netzbetreiber bezahlt werden. Die Stimmung in der Belegschaft der saarländischen Kraftwerke sei derzeit gelassen.

1000 Arbeitsplätze fallen weg

Nach Angaben des Unternehmens sollen 700 Arbeitsplätze in Kraftwerken und 300 in anderen Unternehmensbereichen In Deutschland wegfallen. Der Stellenabbau wird sozialverträglich geregelt. Ein Steag-Sprecher sagte dem SR, eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat zum Stellenabbau sei Voraussetzung für die Teilnahme an einer Stilllegungsauktion.

In der Auktion bekommt das Unternehmen den Zuschlag, das die Stilllegung für den niedrigsten Preis angeboten hat. Steag hat 6300 Mitarbeiter weltweit, davon 3500 in Deutschland.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten vom 01.10.2020.

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