Mann in Schutzausrüstung schweißt Metallstangen (Foto: Imago/Shotshop)

Erste Metall-Tarifrunde ohne Ergebnis

mit Informationen Jan Henrich   14.09.2022 | 14:56 Uhr

Acht Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie: Das fordert die Gewerkschaft IG Metall im Tarifbezirk Mitte, zu dem auch das Saarland gehört. Die erste Runde der Tarifverhandlungen ist am Mittwoch ohne Ergebnis zuende gegangen.

Die erste Verhandlungsrunde für die rund 380.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist erwartungsgemäß ohne Ergebnis geblieben.

Gewerkschaft fordert acht Prozent Lohnerhöhung

Die IG Metall begründete am Mittwoch bei der Runde in Oberursel bei Frankfurt erneut ihre Forderung nach 8,0 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber legten kein Angebot vor und betonten die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die nur gemeinsam bewältigt werden könnten.

Es brauche dringend eine Lohnerhöhung, die sich in Prozenten ausdrückt, hatte zuvor bereits der erste Bevollmächtigte der IG Metall Saarbrücken Patrick Selzer betont. Arbeitgeber dürften sich, was gestiegene Kosten angeht, nicht wegducken. Die Tarifverhandlungen betreffen rund 40.000 Beschäftigte im Saarland. Konkret fordert die Gewerkschaft acht Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Das ist die höchste Forderung seit 2008.

Arbeitgeber: Inflationsrate nicht als Basis nehmen

Die IG Metall führt an, dass Unternehmen – anders als Arbeitnehmer – gestiegene Preise für Energie und Rohstoffe an Endkunden weitergeben könnten. Doch genau an dem Punkt widerspricht die Arbeitgeberseite. Gerade mal ein Drittel der Unternehmen könnte Preissteigerungen ausreichend weitergeben, heißt es vom Metall- und Elektroverband Saar.

Man habe Verständnis für die Situation der Beschäftigten und wolle auch einen Kompromiss finden. Allerdings nicht auf Basis der aktuellen Inflationsrate. Das sei nicht darstellbar, sagt Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie Saar. Ob eine mögliche Verlängerung der Arbeitszeit Teil der Diskussion wird, da hält sich die Arbeitgeberseite noch bedeckt.

Friedenspflicht endet am 28. Oktober

Die Gespräche sollen am 7. Oktober im rheinland-pfälzischen Landau fortgesetzt werden. Eine frühe Einigung gilt als unwahrscheinlich. Am 28. Oktober endet die Friedenspflicht, dann wären auch Warnstreiks möglich.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 14.09.2022 berichtet.

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