Gaszähler an einer Wand (Foto: IMAGO / Rene Traut)

Stadtwerke Merzig erhöhen Gaspreis deutlich

Thomas Braun   13.08.2022 | 10:36 Uhr

Die stark gestiegenen Beschaffungspreise für Erdgas kommen nach und nach auch bei den saarländischen Verbrauchern an. Die Stadtwerke Merzig haben eine Erhöhung um 55 Prozent angekündigt - die geplanten Gasumlagen noch nicht eingerechnet. Der neue Preis liegt aber immer noch deutlich unter den derzeitigen Angeboten in den Vergleichsportalen.

Die Stadtwerke Merzig erhöhen den Gaspreis für ihre rund 6000 Kunden ab dem 1. Oktober um 3,8 Cent brutto auf 10,65 Cent pro Kilowattstunde. Das Unternehmen bestätigte dem SR einen entsprechenden Bericht der Saarbrücker Zeitung. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 20.000 kWh für ein Einfamilienhaus bedeutet das jährliche Mehrkosten von rund 760 Euro - ein Anstieg um 55 Prozent.

Gasumlagen kommen noch oben drauf

Nicht mit eingerechnet ist dabei die von der Bundesregierung initiierte Gasumlage, die erst kommende Woche bekannt gegeben werden solle. Sie wird auch bei vielen anderen Anbietern der Grund für eine Preiserhöhung sein.

So teilte etwa die KEW Neunkirchen dem SR mit, dass man den Erdgasbezug für seine rund 25.000 Kunden im laufenden Jahr eigentlich durch langfristige Verträge abgesichert habe und von daher keine Preiserhöhung nötig geworden wäre. Die kommt nun erst durch die geplanten Gasumlage, die alle Gaskunden deutschlandweit in gleichem Ausmaß betreffen wird.

Preisanstieg durch langfristige Einkaufspolitik abgefedert

Ähnlich äußerte sich Energis auf SR-Anfrage. Im laufenden Jahr wurden bereits bei einem Teil der rund 30.000 Erdgas-Kunden die Preise angepasst, bei vielen anderen habe man die Preise aufgrund der langfristigen angelegten Einkaufspolitik stabil oder zumindest deutlich unter dem aktuellen Marktniveau halten können.

Sobald die Höhe der Gasumlagen bekannt ist, sollen die Kunden über die neuen Preise informiert werden. Diese staatlichen Umlagen werden dann auch Kunden mit einer Preisgarantie treffen - vor davon unabhängigen Erhöhungen sind sie aber erst einmal geschützt.

Online-Preisvergleich bringt keine Entlastung

Die Beschaffungspreise für Gas haben sich laut Energis innerhalb von zwei Jahren verzehnfacht. Wie hoch das Preisniveau ist, sieht man derzeit bereits in den Vergleichsportalen im Internet. Selbst bei den günstigsten Anbietern muss mittlerweile mit knapp 30 Cent pro Kilowattstunde Gas gerechnet werden.

Das würde bei dem durchschnittlichen Verbrauch des Einfamilienhauses mit 20.000 kWh rund 6000 Euro pro Jahr bedeuten. Im Fall der Stadtwerke Merzig wären das noch einmal mehr als 3700 Euro mehr als der neue Preis.

Preisanstiege werden schriftlich angekündigt

Die Gasversorger haben angekündigt, ihre Kunden jeweils schriftlich vorab über Preissteigerungen zu informieren und auch die Abschläge anzupassen. So sollen böse Überraschungen mit horrenden Nachzahlungen zum Jahresabschluss vermieden werden.

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