Bernd Hertzler (rechts) und Lisa Becker (links) (Foto: SR)

Hertzler: „Das ist nicht mehr einfach so zu kitten“

  06.01.2023 | 14:47 Uhr

Die durch die SPD initiierte Abwahl ist gescheitert, Lisa Becker bleibt Beigeordnete im Stadtrat von Blieskastel. Doch die weitere Zusammenarbeit zwischen der Grünen-Politikerin und Bürgermeister Bernd Hertzler dürfte schwierig werden. „Das ist zu viel passiert, das ist nicht mehr einfach so zu kitten“, sagte Hertzler im SR-Interview.

Video [aktueller bericht, 06.01.2023, Länge: 3:13 Min.]
AfD verhindert Abwahl von Lisa Becker

Wie geht es weiter im Blieskasteler Stadtrat? Nach langem Streit zwischen SPD und Grünen ist die Abwahl von Lisa Becker gescheitert. Die Grünenpolitikerin bleibt also erste Beigeordnete und damit die Vertreterin des SPD-Bürgermeisters Bernd Hertzler. Doch eine künftige Zusammenarbeit könnte kompliziert werden, wie Hertzler im SR-Interview eingestand.

Zwar müsse man professionell mit der Sache umgehen. „Aber nach dem ganzen Presse-Wirbel, der in letzter Zeit hier vonstatten ging, ist das sehr, sehr schwierig. Die Vertrauensbasis ist nicht mehr da. Das ist zu viel passiert, das ist nicht mehr einfach so zu kitten", so Hertzler.

"Da muss man jetzt einfach durch"
Audio [SR 3, Moderation: Dorothee Scharner/ im Gespräch: Bernd Hertzler, 06.01.2023, Länge: 03:39 Min.]
"Da muss man jetzt einfach durch"

AfD-Stimme hält Becker im Amt

Die Abwahl scheiterte am Donnerstagabend an einer Stimme. 26 Stimmen wären notwendig gewesen, 25 wurden es am Ende. Ausgerechnet ein Mitglied der AfD-Fraktion hatte für Becker gestimmt. Im November war bei einer ersten Abstimmung die Mehrheit gegen Becker überhaupt nur mit den Stimmen der AfD zustande gekommen.

Lisa Becker kündigte inzwischen an, im Amt bleiben zu wollen – auch wenn das nur durch eine AfD-Stimme möglich wurde. Schließlich sei sie damals ohne Stimmen der AfD überhaupt gewählt worden. Viele Aufgaben wird sie als ehrenamtliche Beigeordnete allerdings nicht mehr haben.

Schon vor Monaten hatte ihr SPD Bürgermeister Hertzler ihre Geschäftsbereiche entzogen. Dadurch wird sie auch finanziell deutlich beschnitten.  „Für ihren Aufgabenbereich hat sie 450 Euro monatlich bekommen. Jetzt, da sie nur noch Beigeordnete ist, bekommt sie nur noch 155 Euro im Monat“, so Hertzler.

Wie groß ist der Rückhalt bei den Grünen?

Wie auch immer die Zusammenarbeit künftig aussehen wird, ob der Streit zwischen SPD und Grünen gänzlich beigelegt ist, bleibt fraglich. Und Hertzler legt nach. Man müsse sich auch die Frage nach mangelnder Unterstützung Beckers aus der eigenen Fraktion stellen. „Von sieben Fraktionsmitgliedern waren lediglich zwei anwesend und haben gegen die Abwahl gestimmt. Welchen Rückhalt hat sie denn aus der eigenen Partei?“

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja