Figuren von Menschen in verschiedenem Alter sind an einem Gebäude auf Scheiben aufgeklebt.  (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene)

Daten zur Stadtplanung künftig per Knopfdruck

Julia Berdin / Onlinefassung: Thomas Braun   08.08.2022 | 21:15 Uhr

Mit Einwohnermeldedaten können Kommunen etwa den Bedarf an Kita-Plätzen ermitteln. Doch sie auszuwerten, war oft eine mühselige Angelegenheit. Mit einer neuen Verwaltungssoftware könnte sich das aber ändern. Wadgassen war eine der Pilotgemeinden bei der Einführung des Programms, das künftig alle Kommunen kostenlos nutzen können.

In den vergangenen Jahren ist der Bedarf an Kita-Plätzen stark gewachsen - nicht nur in Wadgassen, sondern saarlandweit. Vielerorts hinkt der Kita-Ausbau aber hinterher, weil der gewachsene Bedarf zu spät erkannt wurde. Mit der neuen Demografie-Software Polyteia können Veränderungen bei der Bevölkerung nun aber schneller abgelesen und damit auch schneller darauf reagiert werden.

"Wir sehen, wo viele junge Familien leben, wo Kinder geboren werden", erklärt der Wadgasser Bürgermeister Sebastian Greiber (SPD). "Dort brauchen wir nicht nur Kitas, dort brauchen wir auch Spielplätze. Und so können wir dann sehen: Haben wir dort ausreichend vorgesorgt?"

Video [aktueller bericht, 08.08.2022, Länge: 2:56 Min.]
Neue Demografie-Software unterstützt Kommunen bei der Stadtplanung

Mühseliges Zusammenstellen von Excel-Listen entfällt

Das Programm greift auf die Daten des Einwohnermeldeamtes zurück. Deren Auswertung war bisher mitunter aber recht mühsam. Dazu musste etwa in Wadgassen ein Auftrag ans Einwohnermeldeamt gehen, die dann etwa die Geburtenzahlen von Hand zu Fuß in eine Excel-Datei exportierten, wie Greiber erklärt. "Jetzt ist das alles mit einem Knopfdruck nachvollziehbar."

Unterstützung bei der Versorgung von Geflüchteten

Die Gemeinde Wadgassen nutzt die Software etwa auch, um den Zustrom von Geflüchteten aus der Ukraine im Blick zu behalten und daraus zum Beispiel den Bedarf an Wohnraum, Kinderbetreuung und Integrationsangeboten abzuleiten.

Nach der rund zweijährigen Pilotphase in Wadgassen, St. Ingbert, Gersheim und Wadern können nach Angaben des Zweckverbandes eGo-Saar seit wenigen Wochen alle Kommunalverwaltungen die Analysen zur Bevölkerungsentwicklung für ihre Stadtplanung nutzen. Die Kita- und Schulplanung ist dabei nur ein Anwendungsfall, auch im Bereich Finanzen oder Personalsteuerung könnte die Datenplattform künftig zum Einsatz kommen.

Über dieses Thema berichtete der aktuelle bericht am 08.08.2022 im SR Fernsehen.

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