Gelände der Firma Cablex, ehemalige Fa. Eifler, Nohfelden-Eckelhausen (Foto: Rolf Ruppenthal)

Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall Eifler-Cablex

Kai Forst   19.06.2019 | 15:12 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Geschäftsführer des Nohfeldener Kabelbaumherstellers Eifler und den Finanzchef der slowenischen Cablex-Gruppe eingeleitet. Eine entsprechende Strafanzeige sei anonym eingegangen, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem SR. Der Vorwurf in der Anzeige lautet Betrug und Prozessbetrug.

Der Fall des Kabelbaumherstellers Eifler GmbH & Co. KG aus dem nordsaarländischen Eckelhausen wird immer dubioser. Eigentlich sollte das Unternehmen bereits seit Oktober dicht sein. Die slowenische Konzerngruppe Cablex hatte die Firma aus Nohfelden im April 2018 übernommen, um den Mitarbeitern nur wenige Wochen später die Schließung mitzuteilen und die Kündigung auszusprechen. Die Begründung seinerzeit: Mit Eifler habe man eine marode Firma übernommen. Deshalb sei eine Betriebsschließung nicht zu vermeiden.

Video [aktueller bericht, 04.07.2019, Länge: 4:18 Min.]
Hintergründe der Schließung von Eifler in Nohfelden

Wurde der Betrieb eingestellt oder nicht?

Ermittlungsverfahren im Fall Eifler-Cablex
Audio [SR 3, Kai Forst, 19.06.2019, Länge: 00:38 Min.]
Ermittlungsverfahren im Fall Eifler-Cablex

Doch der Betrieb wurde offenbar nie ganz eingestellt. Das legen Dokumente und Fotos nahe, die dem SR vorliegen. Zum Teil wurde offenbar im Werk in Eckelhausen weitergearbeitet. Zweitweise sei auch in einem Nebengebäude des Hotels Seezeitlodge am Bostalsee gearbeitet worden, so der Verdacht früherer Mitarbeiter. Aktuell sind die noch verbliebenen Mitarbeiter nach SR-Informationen im Industriepark Saar in Braunshausen stationiert und führen von dort ihre Tätigkeiten aus.

Rechtlich geht es vor allem um die Frage, ob ein Betriebsübergang von Eifler auf Cablex stattgefunden hat oder nicht. Oder klarer ausgedrückt: Wurde der Betrieb der Firma Eifler - zumindest was Auftragsabwicklung, Qualitätssicherung sowie Musterbau - einfach unter dem Namen Cablex weitergeführt? Davon gehen jedenfalls die früheren Mitarbeiter und deren Anwälte aus. Zurzeit laufen in diesem Zusammenhang vor dem Arbeitsgericht auch mehrere Kündigungsschutzverfahren.

Anfangsverdacht des Betrugs und des Prozessbetrugs

Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Saarbrücken in dieser Angelegenheit. Eine entsprechende Anzeige sei anonym eingegangen, bestätigte ein Sprecher dem SR. Es liege der Anfangsverdacht einer möglichen Verschleierung eines Betriebsübergangs vor. Konkret geht es um den Vorwurf des Betruges und des Prozessbetruges. Die Beschuldigten sind laut Anzeige der Geschäftsführer der Eifler GmbH & Co. KG und der Finanzchef der Cablex-Gruppe. Der Anwalt der Cablex-Gruppe bestreitet gegenüber dem SR die Vorwürfe, die in der Strafeinzeige formuliert sind. Es habe keinen Betriebsübergang gegeben.

Cablex oder nicht Cablex?

Strittig und gleichzeitig dubios ist in diesem Zusammenhang nach wie vor die Frage der Firmenbenennung. Bereits im vergangenen Jahr waren alte Eifler-Firmenschilder und Logos am Standort vollständig ausgetauscht und durch den Cablex-Schriftzug ersetzt worden. Auch auf den Verdienstnachweisen erschien von nun an Cablex. Auf früheren Kontoauszügen bei Lohnüberweisungen wiederum fand sich nur die Eifler GmbH.

Vor dem Arbeitsgericht hatte die Cablex-Gruppe im Oktober durch ihren Anwalt indes erklärt, eine Firma Cablex DE existiere nicht. Klar ist inzwischen allerdings, dass bereits im September 2018 die Firma Cablex DE GmbH gegründet wurde. Diese wurde aber erst im Februar 2019 im Handelsregister eingetragen. Mitarbeiter-Anwalt Patrik Hillen geht davon aus, dass hier der Sachverhalt vor Gericht falsch vorgetragen worden sei.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 19.06.2019 berichtet.

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