Ein Staatsanwalt sitzt hinter einem großen Aktenstapel. (Foto: dpa/Wolfram Kastl)

Lutze-Wahl beschäftigt Staatsanwaltschaft

Thomas Gerber   04.12.2020 | 14:45 Uhr

Die mutmaßlichen Manipulationen bei der Listenaufstellung der Saar-Linken für die letzte Bundestagswahl beschäftigen nun auch die Staatsanwaltschaft. Wie die Behörde dem SR bestätigte, ist inzwischen bei der Generalstaatsanwaltschaft eine Strafanzeige unter anderem wegen Betruges eingegangen.

Der Sachverhalt werde nun geprüft. Nachdem am Donnerstag der SR über die Vorgänge berichtet hatte, hatte die Staatsanwaltschaft bereits von Amts wegen Vorermittlungen eingeleitet.

50 Euro für eine Stimme

Hintergrund sind Vorwürfe des Saarlouiser Linken-Chefs Mekan Kolasinac. Er hatte in einer eidesstattlichen Versicherung erklärt, dass er für den Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze Mehrheiten organisiert habe. Er habe mit Bussen Parteimitglieder zu dem entscheidenden Parteitag nach Klarenthal gebracht.

Dort hätten sie für die Wahl Lutzes jeweils 50 Euro bekommen. Die korrekte Stimmabgabe hat Kolasinac nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Neunkircher Kreisvorsitzenden Andrea Neumann kontrolliert. Lutze, der gegenüber dem SR eine Stellungnahme abgelehnt hatte, hat die Vorwürfe gegenüber der Saarbrücker Zeitung zwischenzeitlich zurückgewiesen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 04.12.2020 berichtet.

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