Eine Anzeige mit aktuellen Benzinpreisen / Dieselpreisen, aufgenommen am 07.03.2022 an einer Tankstelle.  (Foto: IMAGO / Revierfoto)

Warum der Krieg in der Ukraine das Benzin verteuert

Axel Wagner   08.03.2022 | 15:25 Uhr

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Auseinandersetzungen des Westens mit Russland machen sich auch an den Tankstellen im Saarland bemerkbar. Teures Rohöl treibt den Spritpreis in die Höhe.

Der Preis für Super und Diesel hat in den vergangenen fünf Tagen einen enormen Sprung nach oben gemacht. Super E10 wurde 14 Cent teurer pro Liter, Diesel sogar 23 Cent. Verantwortlich dafür ist vor allem der infolge des Ukrainekrieges stark gestiegene Rohölpreis.

Für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent, umgerechnet 159 Liter, müssen derzeit nach Angaben des ADAC rund 125 US-Dollar am Markt gezahlt werden. Der derzeit starke Dollar verstärkt den Effekt noch, da Öl in Dollar gehandelt wird und Käufer aus Deutschland in Euro bezahlen. Zum Vergleich: 2020 waren es noch rund 41 Dollar.

ADAC: Was die Politik gegen die Benzinpreise tun kann
Audio [SR 1, Verena Sierra, 08.03.2022, Länge: 01:32 Min.]
ADAC: Was die Politik gegen die Benzinpreise tun kann

Die weltweit gestiegene Nachfrage im Zuge der wirtschaftlichen Erholung nach den Corona-bedingten Einschnitten trieb den Rohöl-Preis schon vor dem Ukrainekrieg nach oben. Kurz vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine am 24. Februar lag der Rohölpreis bei rund 96 Dollar pro Barrel.

Hinzu kommt: Deutschland importiert rund 34 Prozent seines Rohöls aus Russland.

So setzt sich der Spritpreis zusammen

Bei einem Preis von 1,984 Euro für einen Liter Diesel (Durchschnittspreis in Deutschland am vergangenen Sonntag) setzt sich der Preis wie folgt zusammen:

  • Energiesteuer: 0,4704 Euro – fester Betrag pro Liter
  • Mehrwertsteuer: 0,32 Euro – 19 Prozent
  • CO2-Preis: 0,095 Euro – fester Betrag pro Liter, umgerechnet 30 Euro pro Tonne CO2
  • Erdölbevorratungsabgabe: 0,003 Euro – fester Betrag pro Liter
  • Produktkosten und Gewinn: 1,10 Euro

Bei einem Preis von 1,965 Euro für einen Liter Benzin Super E10 (Durchschnittspreis in Deutschland am vergangenen Sonntag) setzt sich der Preis wie folgt zusammen:

  • Energiesteuer: 0,6545 Euro – fester Betrag pro Liter
  • Mehrwertsteuer: 0,31 Euro – 19 Prozent
  • CO2-Preis: 0,084 Euro – fester Betrag pro Liter, umgerechnet 30 Euro pro Tonne CO2
  • Erdölbevorratungsabgabe: 0,0027 Euro – fester Betrag pro Liter
  • Produktkosten und Gewinn: 0,93 Euro

Zusammengefasst: Bei einem Literpreis für Diesel von 1,984 Euro fallen 0,89 Euro Steuern und Abgaben an. Beim Liter Super E10 sind es von 1,965 Euro an der Zapfsäule 1,05 Euro. Aber einzig die Mehrwertsteuer steigt und fällt abhängig vom Nettopreis, den die Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber verlangen.

ADAC fordert Steuersenkungen

Die von der Bundesregierung bereits geplante Erhöhung der Pendlerpauschale reicht dem ADAC nicht aus. Für die geplante Rückgabe der Einnahmen aus dem CO2-Preis liege noch nicht einmal ein Konzept vor.

Als schnelle Entlastung fordert der Verband daher eine befristete Absenkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe und Heizöl. Diese könnten unmittelbar wirken und eine breite Entlastung erzielen. Ähnlich hatten sich am Montag bereits Fraktionen im saarländischen Landtag geäußert.

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