Nadine Schön (Foto: IMAGO / Political-Moments)

Schön kritisiert Ampel wegen Plänen zu Sprachkitas

mit Informationen von Carolin Dylla   21.09.2022 | 20:43 Uhr

Zum Jahresende soll die Bundesförderung für Sprachkitas enden. Dieses Vorhaben der Bundesregierung sorgt für viel Kritik. Nach dem Bundesrat hat sich am Mittwoch auch der Bundestag damit beschäftigt. Die Unions-Fraktion um die Saar-Abgeordnete Nadine Schön hatte das Thema auf die Agenda gebracht. Sie sprach von einer "Mogelpackung".

Geht es nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) sollen ab kommendem Jahr die Bundesländer die Förderung der sogenannten Sprachkitas übernehmen. Für diesen Vorschlag hatte sie viel Kritik geerntet. Vergangene Woche hatte sogar der Bundesrat die Bundesregierung aufgefordert, das Förderprogramm über 2022 hinaus zu verlängern.

"Die Axt an bestehende Strukturen angelegt"

Am Mittwoch hat sich nun auch der Bundestag mit dem Thema befasst. Die Unions-Fraktion hatte es auf die Tagesordnung gehoben. Die saarländische Bundestagsabgeordnete Nadine Schön fand deutliche Worte in der Debatte: Mit dem angekündigten Ende des Bundesprogramms zur Förderung von Sprachkitas lege die Ampel-Koalititon die Axt an bestehende Strukturen zur Sprachförderung.

"Mogelpackung"

Das neue Kita-Qualitätsgesetz als Nachfolge-Regelung zu präsentieren, sei außerdem „eine Mogelpackung“, so Schön weiter. Denn die geplante Finanzierung des Gesetzes werde insgesamt nicht erhöht - Sprachförderung werde also eine zusätzliche Aufgabe, die daraus finanziert werden müsste.

Auch Landesregierung lehnt Pläne ab

Auch die saarländische Landesregierung ist nicht glücklich mit dem Vorhaben der Ampel im Bund und fordert eine Verlängerung des Programms. In einem Brief an die Bundesfamilienministerin hatte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) betont, dass das Saarland bei der Sprachförderung in den Kitas auf diese Mittel angewiesen sei.

Hier gibt es 58 Sprach-Kitas an denen Fachkräfte arbeiten, deren Stellen durch das Programm finanziert sind. Insgesamt erhält das Saarland pro Jahr rund 1,8 Millionen Euro aus dem Programm.

Bundesländer sollen verantwortlich sein

Vertreter der Ampel-Parteien im Bundestag argumentieren dagegen, dass Kitas - und damit auch die dort stattfindende Sprachförderung - grundsätzlich im Verantwortungsbereich der Länder lägen. Zudem hätten die Länder gewusst, dass das Förderprogramm zeitlich begrenzt sei.

Das Thema wurde am Mittwoch vom Bundestag nun in die dafür zuständigen Ausschüsse zu überwiesen.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja