Tarifverhandlungen im öffentlicher Dienst (Foto: Jochen Lübke, Andreas Gebert, dpa)

Beamte stimmen über Tarif-Kompromiss ab

mit Informationen von Carolin Dylla und Ulli Wagner   17.04.2019 | 12:41 Uhr

Die Gewerkschaft Verdi hat eine Mitgliederbefragung zu dem am Dienstag mit der Landesregierung ausgehandelten Kompromiss über die zukünftige Besoldung der saarländischen Beamten gestartet. Die Landesbediensteten sollen demnach in der Summe mehr erhalten, als es der bundesweite Tarifabschluss im öffentlichen Dienst vorsieht – dafür aber zeitlich versetzt.

Die Gewerkschaft befragt eigenen Angabe zufolge rund 35.000 saarländische Beamtinnen und Beamte, ob sie dem Kompromissvorschlag zustimmen soll. Dieser sieht vor, dass die Landesbediensteten ab dem 1. August 3,2 Prozent mehr Gehalt bekommen. Nächstes Jahr im Juni sollen noch einmal 3,2 Prozent draufgeschlagen werden. In der dritten Stufe soll die Besoldung zum 1. April 2021 um 1,7 Prozent steigen.

Video [aktueller bericht, 16.04.2019, Länge: 3:01 Min.]
Saarländische Beamte erhalten mehr Geld

Insgesamt bekämen die saarländischen Beamten somit 8,1 Prozent mehr Geld – also mehr als die Tarifangestellten im öffentlichen Dienst, so der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes im Saarland, Ewald Linn. Außerdem wird die abgesenkte Eingangsbesoldung für junge Beamte ab sofort abgeschafft. Der Kompromissvorschlag würde das Land rund 44 Millionen Euro kosten, die bisher nicht im Haushalt eingerechnet sind.

Video [aktueller bericht, 16.04.2019, Länge: 4:04 Min.]
Interview mit Ewald Linn, dbb Saar

Beamtenbesoldung: Vorschlag zur Einigung
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 16.04.2019, Länge: 03:10 Min.]
Beamtenbesoldung: Vorschlag zur Einigung

Die Tarifübertragung ist aber noch nicht in trockenen Tüchern. Zunächst müssen erst noch die Gremien der Gewerkschaftsverbände zustimmen. Während der DGB sich voraussichtlich nach Ostern äußern will, hat der Deutsche Beamtenbund (dbb) Saar den Vorschlag bereits am Dienstagnachmittag gebilligt.

Nach Angaben des dbb-Landesvorsitzenden Linn hat das Gremium aber auch deutlich gemacht, dass dieser Kompromiss nur ein erster Schritt zum Ausgleich von Nachteilen sein kann. Die Beamten im Saarland würden konkrete weitere Schritte erwarten. Es seien noch viele Punkte offen, die müssten nun angepackt und abgearbeitet werden.

Mahnwache vor der Staatskanzlei

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 16.04.2019 berichtet.

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