Anke Rehlinger, saarländische Wirtschaftsministerin und SPD-Vorsitzende (Foto: picture alliance/Harald Tittel/dpa)

Rehlinger als Vize-Vorsitzende nominiert

  06.12.2019 | 12:56 Uhr

Der SPD-Parteivorstand hat Anke Rehlinger und Klara Geywitz als Vize-Vorsitzende nominiert. Zu Beginn des Bundesparteitages haben die Delegierten in Berlin mit einer Satzungsänderung schon mal den Weg für die angestrebte Doppelspitze Norbert Walter Borjans und Saskia Esken freigemacht.

Heute kommt die SPD zu ihrem Parteitag in Berlin zusammen. Rund 600 Delegierte sollen dann die neue Führungsspitze wählen. Spannend könnte dabei die Wahl der stellvertretenden Parteichefs werden.

Anke Rehlinger im Interview zu ihrer Nominierung als Vize-Vorsitzende der SPD
Video [SR.de, (c) SR, 05.12.2019, Länge: 06:06 Min.]
Anke Rehlinger im Interview zu ihrer Nominierung als Vize-Vorsitzende der SPD

Drei soll es geben, der Vorstand gibt aber nur zwei Empfehlungen: Für die saarländische SPD-Chefin Anke Rehlinger und für Klara Geywitz, die den Mitgliederentscheid um den Parteivorsitz zusammen mit Vizekanzler Scholz verloren hatte. Beim dritten Platz steuern die Delegierten auf eine Kampfkandidatur zwischen Juso-Chef Kevin Kühnert und Arbeitsminister Hubertus Heil zu.

Kollegengespräch: "Bisher keine Raus-aus-der-GroKo-Stimmung hier"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Simin Sadeghi / Florian Mayer, 06.12.2019, Länge: 02:55 Min.]
Kollegengespräch: "Bisher keine Raus-aus-der-GroKo-Stimmung hier"

Die saarländische Wirtschaftsministerin Rehlinger freut sich über die Nominierung. "Ich freue mich aber auch darüber, dass mir viele in meiner eigenen Partei zutrauen, dass ich an dieser Stelle mithelfen kann, die Sozialdemokratie wieder stark zu machen." Im Falle ihrer Wahl will sie vor allem die Themen bearbeiten, die die Menschen in "unserem Land bewegen", aber auch spezielle saarländische Themen einbringen.

Als Beispiele nennt die SPD-Politikerin das Thema Industrie, die Frage von guten und sicheren Arbeitsplätzen, aber auch die Frage, wie all das mit der Ökologie und dem Klimaschutz vereinbar sei. "Ich habe schon jetzt viele Aktivitäten dazu in Berlin entfaltet." Aber mit Funktion könne man dem Ganzen vielleicht ein bisschen mehr Gewicht verleihen.

Entschluss, zu kandidieren

Die saarländische SPD-Vorsitzende Rehlinger hatte am Mittwoch angekündigt, sich als stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende auf dem Bundesparteitag am Wochenende in Berlin zu bewerben. "Es ist eine große Ehre, dass viele mich angesprochen haben, ob ich mehr Verantwortung für die Bundespartei übernehmen kann", sagte Rehlinger am Mittwoch. "Ich habe mich entschlossen, auf dem Parteitag als stellvertretende Parteivorsitzende zu kandidieren."

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die südwestdeutschen Landesverbände die saarländische Wirtschaftsministerin als stellvertretende Bundesvorsitzende vorschlagen werden. Kurz nach Bekanntwerden der Nominierung zeigte sich Rehlinger noch unentschlossen, verwies auf noch zu führende Gespräche. Auch die designierten Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sollen die Personalie befürworten.


Weitere Informationen:

Neuanfang oder GroKo-Aus?
Vor dem SPD-Parteitag
Ganze drei Tage nimmt sich die SPD ab Zeit, um in Berlin die Weichen für ihre Zukunft zu stellen: Beim Bundesparteitag geht es nicht nur um die offizielle Wahl von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans zur neuen SPD-Doppelspitze, sondern letztlich um nichts weniger als um den Fortbestand der Bundesregierung als "GroKo". Wird die Juso-Forderung "Groko-Aus an Nikolaus!" doch noch wahr? Eine Einschätzung der Lage von Hauptstadtkorrespondentin Sabine Müller am Morgen des Auftakttages.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.12.2019 berichtet.

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