Der SPD-Parteivorsitzende Lars Klingbeil (Foto: Mike Schmid)

Klingbeil betont Bedeutung der HIL

mit Informationen von Christoph Grabenheinrich   21.03.2022 | 19:57 Uhr

Bei einem Besuch im Saarland hat SPD-Chef Lars Klingbeil die Bedeutung der Heeresinstandsetzungslogistik hervorgehoben. Werke wie das in St. Wendel erfüllten Kernaufgaben der Landesverteidigung. Zusagen für mehr Geld gab es aber nicht.

Die Heeresinstandsetzungslogistik, kurz HIL, ist der Reparaturbetrieb der Bundeswehr. Sie wartet Waffen und Fahrzeuge und hat einige sehr wechselvolle Jahre hinter sich. Die erste Teilprivatisierung von 2005 musste auf Druck des Bundesrechnungshofes rückabgewickelt werden, der zweite Versuch scheiterte schließlich 2019.

Video [aktueller bericht, 21.03.2022, Länge: 3:45 Min.]
Der SPD-Chef Klingbeil zu Besuch bei HIL

Inzwischen begrüßen das fast alle Verteidigungsexperten, nicht nur, aber gerade auch wegen des Krieges in der Ukraine. Auch der Bundesvorsitzende der SPD, Lars Klingbeil, der im Rahmen des saarländischen Landtagswahlkampfes am Montag bei der Betriebsversammlung des St. Wendeler Werkes vorbeischaute, betonte die Bedeutung der HIL.

"Es ist wichtig, dass diese Fähigkeit der Instandsetzung in staatlicher Hand ist", sagte der SPD-Chef. "Sich da auf die Privatwirtschaft zurückzuziehen, wäre ein Fehler." Es gehe darum, die Sicherheit des Landes zu gewährleisten, dafür sei die Instandsetzung sehr wichtig.

Einsatzbereitschaft um die 70 Prozent

Die Einsatzbereitschaft des von der HIL gewarteten Bundeswehrfuhrparks liegt bei um die 70 Prozent. Und das auch nur, weil seit dem Ende der Privatisierungspläne wieder Personal aufgebaut wurde, wenn auch noch nicht so viel wie versprochen.

Es tut sich etwas bei der Heeresinstandsetzungslogistik, aber noch nicht genug, so der Betriebsratsvorsitzende Matthias Moseler. Ohne Tarifvertrag könne man nur schwer mit der Rüstungsindustrie um Personal konkurrieren.

Unklar sei auch, wie es mit der Ausbildung weitergehe. Bislang sei es nicht gelungen, zur neuen Ministeriumsspitze Kontakt aufzunehmen, der Beamtenapparat mauere.

Keine Zusage für zusätzliches Geld

SPD-Chef Klingbeil kündigte an, das Thema im Verteidigungsministerium anzusprechen. Ob die HIL von den zusätzlichen 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr profitiert, stehe allerdings noch nicht fest. Entscheidend sei, was die Bundeswehr brauche, um jederzeit die Verteidigung des Landes gewährleisten zu können, sagte Klingbeil. "Klar ist aber auch: Die Instandsetzung gehört zu den Kernfähigkeiten, die wir in der Bundeswehr brauchen."

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR Fernsehen am 21.03.2022 berichtet.

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