Sparkasse Saarbrücken, Logo (Foto: Thomas Braun/SR)

Sparkassen erwarten Insolvenzen und Kreditausfälle

Karin Mayer / Onlinefassung: Axel Wagner   10.09.2020 | 12:14 Uhr

Die Sparkassen im Saarland erwarten in den kommenden Monaten verstärkt Insolvenzen und Kreditausfälle. Wie hoch die Zahlen sind, sei noch nicht seriös abzuschätzen, sagte der Landesobmann der saarländischen Sparkassen, Hans-Werner Sander, dem SR.

Er gehe davon aus, so Sander, dass das Eigenkapital der Sparkassen ausreiche, um auch im konjunkturellen Abschwung nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Sparkassen-Präsidentin Cornelia Hoffmann-Bethscheider sagte, die Sparkassen schauten gespannt auf den Herbst und das kommende Jahr. Irgendwann fielen die Wirtschaftshilfen weg, dann müsse jeder wieder auf eigenen Beinen stehen.

Mehr Kredite an Privatkunden

Trotz Corona haben die Sparkassen im ersten Halbjahr 2020 16,4 Prozent mehr Kredite an Privatkunden vergeben. Die Niedrigzinsphase sorgt weiterhin für hohe Nachfrage im Immobiliengeschäft. Das Kreditgeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen blieb leicht unter dem Vorjahreszeitraum zurück.

Zuletzt hatten einige Sparkassen angekündigt, bei Neukunden auf hohe Girokontobeträge Negativzinsen zu erheben. Das und die Ankündigung der Sparkasse Saarbrücken, weitere Filialen zu schließen, hatte im Saarland für Kritik gesorgt.

Die Bilanzsumme der saarländischen Sparkassen beträgt im ersten Halbjahr 19,48 Milliarden Euro. 490 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 10.09.2020 berichtet.

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