Ein Mann sitzt im Rollstuhl an seinem Arbeitsplatz (Foto: dpa/Stefan Puchner)

Sozialhilfeausgaben im Saarland gestiegen

Kai Forst   31.08.2019 | 09:11 Uhr

Die Ausgaben für Sozialhilfe im Saarland sind im vergangenen Jahr um knapp sieben Prozent auf 378 Millionen Euro gestiegen. Das teilte das Statistische Landesamt auf SR-Anfrage mit. Der Sozialverband VdK Saarland ist von den gestiegenen Kosten kaum überrascht.

Der größte Anteil an den Sozialhilfeausgaben - 264 Millionen Euro - wurde für die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen gezahlt. 2017 waren es 17 Millionen Euro weniger. Beim zweitgrößten Posten – der Hilfe zur Pflege – wurden knapp 75 Millionen ausgegeben. Insgesamt sind die Ausgaben von 354 Millionen Euro 2017 auf 378 Millionen Euro 2018 gestiegen.

VdK nicht überrascht von steigenden Kosten

Der Sozialverband VdK Saarland ist von den höheren Kosten kaum überrascht. Sie seien eine logische Konsequenz der saarländischen Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Sozialstruktur, sagte der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang. „Im Saarland gibt es eine besonders hohe Quote armer Menschen, ein Auffangbecken dieser Menschen ist die Sozialhilfe. Durch die hohe Anzahl an prekären Beschäftigungsverhältnissen im Saarland verwundert es nicht, wenn viele Menschen ihr geringes Einkommen durch öffentliche Mittel aufstocken müssen.“

VDK: Kosten werden weiter steigen

In der Zukunft rechnet der Vdk-Chef noch mit weit höheren Kosten für das Land, wenn sich an grundsätzlichen Herausforderungen des Arbeitsmarktes im Saarland nichts ändere. „Atypische Beschäftigung zieht oftmals Altersarmut nach sich“, so Lang. Man müsse nun erarbeiten, wie durch gezielte Investitionen laufende Ausgaben vermindert werden können und welche strukturellen oder präventiven Handlungsbedarfe bestehen.

Strukturell gehe es zum Beispiel darum zu prüfen, wie die Zahl von Menschen mit Behinderung in normalen Arbeitsverhältnissen erhöht werden könne. „Weiterhin muss die Landesregierung prüfen, welche vorbeugenden Maßnahmen wie der präventive Hausbesuch – den der Sozialverband VdK Saarland seit Jahren fordert – Ausgaben im Gesundheitsbereich mittelfristig verhindern können und den Menschen ein würdevolles Leben sichern“, sagte Lang.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 31.08.2019 berichtet.

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