Martin Welker  (Foto: Imago Images/Jan Hübner)

Welker erhebt schwere Vorwürfe gegen Peter Gross

Thomas Gerber   24.10.2020 | 18:11 Uhr

Der Chef der Saarbrücker Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU), Martin Welker, hat schwere Vorwürfe gegen das St. Ingberter Bauunternehmen Peter Gross erhoben. Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) stärkte Welker nach der GIU-Aufsichtsratssitzung am Freitagabend den Rücken.

In einer Pressemitteilung der Stadt Saarbrücken zur Sondersitzung des GIU-Aufsichtsrates heißt es, GIU-Geschäftsführer Martin Welker habe das Gremium unter anderem eingehend über seine Vernehmung bei den Sonderermittlern der Polizei informiert. Mit Hilfe von Unterlagen habe er dargelegt, mit welcher Methode die Baufirma Peter Gross rund zwei Millionen Euro mehr abgerechnet habe als beauftragt gewesen seien. Über die Vorgehensweise von Gross machte Welker allerdings keine näheren Angaben. Zu den Forderungen von Gross über eine Summe von rund 850.000 Euro hieß es, dass die angekündigte Klage noch nicht vorliege.

Die Stadt werde Gegenforderungen erheben. So gebe es erhebliche Mängel etwa bei der Qualität des von Gross gelieferten Betons. Ein Sachverständiger habe die Arbeiten von Gross geprüft und als durchweg mangelhaft bewertet. Welker wies darüber hinaus darauf hin, dass Gross auf der Baustelle Ludwigspark gegen das Tariftreuegesetz verstoßen habe und deshalb mit einer Vertragsstrafe in Höhe von zehn Prozent des Auftragsvolumens rechnen müsse. Zudem warf er Gross erneut Sabotage vor.

Zahlungsvorgänge beschleunigt

Mit einer "manipulativen Rundmail" an die an der Baustelle beteiligten Firmen habe er der Motivation und Arbeitsmoral geschadet. Welker räumte allerdings ein, dass es in der Vergangenheit oftmals zu lange gedauert habe, bis Rechnungen von der Stadt beglichen worden seien. Er und Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) betonten, dass man die Verfahrensabläufe inzwischen beschleunigt habe.

Nach Angaben Conradts haben nach der mehrstündigen Sondersitzung im Aufsichtsrat keine Zweifel an der ordnungsgemäßen Arbeit von Welker bestanden. Auch gebe es keinerlei Zweifel, dass Welker für seine Tätigkeit aus den Jahren 1999 bis 2017 noch Honorar zustehe. Dabei geht es nach SR-Informationen um rund 1,8 Millionen Euro. Da Welker nun selbst GIU-Geschäftsführer ist, würde er das Geld quasi an sich selbst auszahlen. Um dies zu vermeiden, soll bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung ein Weg erarbeitet werden, Welker das Geld zukommen zu lassen. Abschließend lobte Conradt Welker für "seine unermüdliche Arbeit beim Projekt Ludwigsparkstadion und seine ausgezeichnete Arbeit in den zurückliegenden Jahren".

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 24.10.2020 berichtet.

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