Harald Lesch im SR-Sommerinterview

„Die Politik muss sich endlich dem Riesenprojekt Energiewende stellen“

Roswitha Böhm   24.07.2020 | 06:00 Uhr

Klimawandel und Corona prägen zurzeit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Der Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch spricht im SR-Sommerinterview mit Reporterin Roswitha Böhm über die Rolle der Wissenschaften, über Faktenverweigerung und Verschwörungstheorien.


Direkt zu einzelnen Themen im Sommerinterview:



Das Leben von Harald Lesch

Harald Lesch ist Professor für Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Bekannt ist er aber auch für seine Arbeit als Wissenschaftsjournalist. In Fernsehsendungen wie „Leschs Kosmos“, „Terra X“ und seinem Youtube-Format „Terra X Lesch & Co“ erklärt er Wissenschaft für die Zuschauer zuhause - und das leicht verständlich und ohne Fachchinesisch.

Uns erzählt er, wie er zum Fernsehen kam, wie er das Erklären in der Kneipe geübt hat und wie es sich anfühlt, seit Jahren vor der Klimakrise zu warnen und nur wenig Gehör zu finden.

„Man wird des Themas einfach Müde“

Mit Harald Lesch werfen wir einen Blick zurück auf die letzten Monate: Wie sind wir in Deutschland bisher durch die Corona-Pandemie gekommen? Wie waren die Beschränkungen und Maßnahmen für ihn persönlich? Und warum reagieren wir so unterschiedlich auf Corona und den Klimawandel?

„Es ist eine Art von Parallelwelt“

Die Corona-Pandemie und die Klimakrise rufen Verschwörungstheoretiker auf den Plan. Man hört plötzlich Dinge wie: Den Klimawandel gebe es nicht, die Fridays-for-Future Aktivistin Greta Thunberg sei nur eine Marionette einer Öko-Mafia oder Bill Gates habe das Corona-Virus erschaffen, um uns mit Mikrochips zu impfen.

Oft werden dabei wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert oder sogar geleugnet. Wir haben mit Harald Lesch darüber gesprochen, warum es gerade in Krisenzeiten so viele Verschwörungstheorien gibt, und wie man mit Menschen, umgehen sollte, die daran glauben.

„Die Politik muss sich dem Riesenprojekt Energiewende stellen“

Die Wissenschaft liefert die Fakten, Entscheidungen muss aber die Politik treffen. Doch gerade was den Klimawandel angeht, geht es da schleppend voran. Denn die Folgen sind schwer greifbar und weit in der Zukunft. Sie betreffen besonders Menschen, die jetzt vielleicht noch gar nicht geboren sind. Und die Klimakrise ist ein globales Problem: Die Emissionen kommen in großen Teilen aus Industrienationen wie Deutschland, aber die ganze Welt leidet darunter.

Wir sprechen mit Harald Lesch über das Verhältnis von Wissenschaft und Politik und darüber welche politischen Maßnahmen nötig wären, um die Klimakrise noch abzuwenden. Seine Antwort: Wir müssten unsere Gesellschaft und Wirtschaft grundlegend umkrempeln. Vor allem müsse die Politik aber endlich die Energiewende angehen.

„Frieden zu halten, wird die große Aufgabe sein“

Wir werfen mit Harald Lesch einen Blick in die Zukunft. Wie könnte das Worst-Case-Szenario aussehen, wenn wir es nicht schaffen, den Klimawandel aufzuhalten? Was wünscht sich Lesch stattdessen für die Zukunft? Und was müssen wir tun, um dort hinzukommen?

Das Sommerinterview im Comic

Zeichnungen von HBK-Studentin Luisa Bäßmann

Luisa Bäßmann - Die Frau hinter den Illustrationen

Luisa Bäßmann ist 24 Jahre alt und studiert im 10. Semester an der HBKsaar. Ihr Schwerpunkt: Illustration und Comics. Nach dem Studium möchte sie als Illustratorin arbeiten oder Storyboards für Animationsfilme entwickeln. Für das Interview mit Harald Lesch hat sie die Folgen und Gefahren der Corona-Pandemie und des Klimawandels greifbar gemacht und ihre eigenen Visionen für eine gute Zukunft in Bilder gefasst.

„Ideen kommen mir oft erst beim Zeichnen“, sagt sie. Zu unserem Sommerinterview ist ihr einiges eingefallen, auch weil ihr das Thema Klimaschutz selbst sehr am Herzen liegt.


Die SR-Sommerinterviews in diesem Jahr

Pressemitteilung des SR
Erst Klima, dann Corona: „Wie wollen wir in Zukunft leben?“
„Erst Klima, dann Corona – wie wollen wir in Zukunft leben?“ Der Saarländische Rundfunk (SR) geht mit seiner crossmedialen Sommerinterview-Reihe 2020 der Frage nach, wie die beiden großen Krisen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft prägen. In vier Folgen stellen sich prominente Gesprächspartner den Fragen der SR-Reporterinnen und SR-Reporter Roswitha Böhm, Florian Mayer und Nelly Theobald.

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